Der Patient

Der mit etwa 20 veröffentlichten Büchern recht produktive Autor, John Katzenbach, schrieb mit „Der Patient“ einen meiner Meinung nach außergewöhnlichen Thriller. Ja, es gibt andere Bücher, in denen der Gejagte zum Jäger wird – dieses hier sticht trotzdem heraus.
Die Hauptfigur ist der Psychiater Dr. Frederick Starks, der völlig unvermutet aus seinem normalen Leben gerissen wird. Er erhält die Aufforderung, innerhalb von 15 Tagen herauszufinden, wer ihn da so plötzlich bedroht. Wenn er dies nicht schafft, müsse er sich selbst töten. Anderenfalls bringt der geheimnisvolle Unbekannte einen nach dem anderen seiner Verwandten um. Gleiches gilt, wenn Starks sich an die Polizei wendet.
Die Hinweise zur Auffindung des Unbekannten sind sehr spärlich. Der Autor stellt hier seine Figur vor eine nahezu unlösbare Aufgabe und erhöht sukzessive den Druck, indem er sie auch noch sämtlicher Mittel beraubt, die sie zur Findung der Identität des Unbekannten gebrauchen könnte. Ebenfalls sorgt er dafür, dass Starks ein Ausgestoßener wird, was zur Folge hat, dass ihm niemand eine helfende Hand reichen will.
Ich hatte beim Lesen den Eindruck, dass Katzenbach extrem viel Spaß dabei hatte, seiner Figur immer wieder neue Steine in den Weg zu legen. Jedes Mal, wenn ich dachte, nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht, riss er seine Figur noch ein Stückchen mehr in den Abgrund. Spannender kann man es nicht machen! Man traut sich beim Lesen kaum zu atmen.
Die Handlung enthält mehrere dramatische und unerwartete Wendungen, die ich durchaus als spektakulär bezeichnen würde. Das vom Leser erhoffte Ende gestaltet sich ebenso unerwartet, aber ist ganz hervorragend.
Wer Psychothriller mag, ist mit diesem Roman wirklich gut bedient!