Zum Hauptinhalt springen

Blog


Erinnert ihr euch an den Lockdown in der Coronazeit? Als selbst in den Großstädten der Grundlärm ausblieb und Stille einkehrte? So richtig Stille. Kein Verkehrslärm, keine lauten Menschen, kein Straßenbahngequietsche, kein Flugzeuglärm, nix. Nur Stille.

Ich hoffe, ihr steinigt mich nicht … Aber bei allen Beschränkungen, die damit einhergingen – ich habe diese Stille genossen. Aus tiefstem Herzen.

Natürlich kann man beispielsweise im Urlaub auch Stille genießen. Wer es mag, wird solche Orte suchen. Dennoch ist da auch immer noch im Hintergrund eine Art Lärm, ganz fern, trotzdem spürbar. Vermutlich nicht auf einer Insel in den Malediven oder in der Wüste, aber inmitten unserer Zivilisation ist Stille ein Gut geworden. Eben weil sie nicht immer verfügbar ist.

Es gibt natürlich Menschen, die Stille nicht genießen wollen und können. Eine Bekannte von mir geht zum Beispiel mit Absicht im allergrößten Weihnachtstrubel in die Stadt einkaufen. Sie liebt das, was für viele andere ziemlicher Horror ist. Zum Lärm kommen da ja noch Gedränge, Gerüche und eine hektische Stimmung, die mir persönlich jede Freude am Shoppen verleidet.

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Mein Thema heute ist die Stille, die laut ist. Die dröhnt, die etwas in dir kaputt macht und mehr Schaden anrichtet, als es ein lautes Flugzeug oder ein Rockkonzert könnte.

19. April 2026

Merkwürdige Überschrift, oder?

Ja und nein. Ein Thema, das mich schon länger beschäftigt, ist die Frage, ob wir verlernen, mit anderen Menschen zu interagieren.

Das in der Überschrift benannte Ömchen wohnt in meiner Straße und ich muss täglich an seinem Haus vorbei. Sehr oft sitzt das Ömchen am Fenster und freut sich, wenn Vorüberlaufende sein Winken beantworten. Die Frau geht vermutlich gut auf die Neunzig zu und lebt allein. Ihre Familie, Sohn und Tochter, sowie die Enkel kümmern sich rege. Und dennoch bleiben natürlich zwischen den Besuchszeiten viele Stunden, die die Frau füllen muss. Wir nennen sie liebevoll Ömchen, weil sie immer freundlich ist und sie uns großen Menschen so klein und verletzlich vorkommt. Vielleicht ist sie es ja auch.

Ich stelle mir vor, dass das Küchenfenster, an dem sie so gerne sitzt, ihr Fenster zur Welt ist. Sie ist nicht mehr gut zu Fuß, dreht dennoch fast täglich eine Runde am Rollator durchs Wohngebiet. Begegnungen und Impulse sind da auf ein Minimum reduziert. Treffe ich sie, bleibe ich immer auf einen kleinen Plausch stehen. Eher Smalltalk, aber halt eine kleine Übung für ihre Stimmbänder und fürs Gemüt.

15. März 2026

Wir gehen alle durchs Leben, erfahren Liebe und Ablehnung, meistern Herausforderungen oder scheitern, machen Fehler, lernen Neues … Wir erleiden Schicksalsschläge, haben glückliche Zeiten, altern, werden krank und gesund, kämpfen, leiden, feiern… All das und noch viel mehr gehört dazu, wenn wir vom Neugeborenen zum Erwachsenen reifen, wenn wir uns weiterentwickeln, stehenbleiben oder auch mal rückwärtsgehen und letztlich auf ein (hoffentlich) erfülltes Leben zurückblicken können.

Warum schreibe ich das? Ich habe mir Gedanken gemacht, wie wir das, was uns im Lauf unseres Lebens widerfährt, würdigen können. Wie wir auch Negatives so betrachten können, dass es positiv für uns ist oder zumindest soweit einen positiven Touch erhält, dass wir es akzeptieren und annehmen können.

15. Februar 2026

Wir sind viele. Um genauer zu sein, etwa 8,2 Milliarden Menschen weltweit. Angesichts dieser Menge von Individuen zu sprechen, klingt vielleicht merkwürdig. Man könnte ja annehmen, dass da viele Leute dabei sind, die in der Masse untergehen, weil sie kein Albert Einstein oder ein Kandidat für die nächste Papstwahl sind, oder?

Falsch. Nicht jeder kann ein Genie sein oder das Ziel haben, eines Tages der katholischen Kirche vorstehen zu wollen. Muss auch keiner.

Das Wort Individuum bedeutet: das Unteilbare, ein einzelnes Wesen in seiner Gesamtheit und Einzigartigkeit.

Und genau deshalb schreibe ich diese Zeilen. Weil ich darüber reden möchte, dass Individualität und Einzigartigkeit nicht immer bedeuten müssen, dass man etwas besonders gut kann oder aus der Masse herausstechen muss.

18. Januar 2026

Haben wir schon einmal über Mut geredet? Nein? Da wird’s aber Zeit.

Mut brauchen wir doch eigentlich oft, jeden Tag sogar, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. Stimmts?

Die Bedeutung dieses Wortes ist mit den drei Buchstaben M U T gar nicht zu erfassen. Deshalb hier erst einmal die klare Definition: Mut ist die Fähigkeit, seine Ängste zu überwinden und etwas zu tun, das man für richtig hält, obwohl einem bewusst ist, dass die betreffende Handlung Nachteile und Gefahren bergen kann.

Dabei brauchen wir nicht nur Mut, um jemandem das Leben zu retten. Für einen Depressiven braucht es Mut, am Anfang des Tages aufzustehen. Das Opfer eines Missbrauchs braucht oft Mut, um den Täter anzuzeigen. Es benötigt Mut, dem Mobber in der Firma gegenüberzutreten, es benötigt Mut, sich für einen Fehler zu entschuldigen oder jemandem die Freundschaft aufzukündigen, weil sie einem nicht mehr guttut. Wer vom Pferd gestürzt ist, braucht Mut, um wieder aufzusteigen, wer obdachlos geworden ist, braucht Mut, um Hilfe zu bitten usw.

Mancher braucht schon Mut, um eine andere Person nach dem Weg zu fragen. Und warum ist das so?

Dazu komme ich gleich. Eins möchte ich nämlich vorher festhalten. Jeder Mensch ist von unzähligen Einflüssen geprägt. Vom Elternhaus, der Erziehung, von Erlebnissen, Erfahrungen, Erfolgen, Niederlagen, Krankheiten… In Summe ergibt das die Höhe der Hürde, für deren Überwindung wir Mut benötigen.

Aber warum ist für eine Person die Hürde nahezu unüberwindlich, während die gleiche Sache für eine andere Person nur eine Randnotiz darstellt, selbst, wenn sie die gleichen oder ähnliche Voraussetzungen haben?

14. Dezember 2025

Auf Threads, der instagrambasierten Alternative zu Twitter, kursieren seit einiger Zeit sogenannte „Wishlists“. Menschen hinterlegen virtuelle Produkte in einer speziell kreierten Wishlist auf Amazon und posten den dazu passenden Link dann auf der Social-Media-Plattform Threads. Jeder kann darauf Zugriff nehmen, sich die Liste anschauen und, wenn er möchte, ein oder mehrere Wünsche erfüllen. Das Produkt geht an den Ersteller der Liste, gezahlt wird durch denjenigen, der die Ware ordert. Ein modernes Wichteln sozusagen. Unbekannte schenken Fremden etwas, das diese sich wünschen. Es besteht jedoch kein Zwang, etwas zurückzuschenken.

Aus Neugier habe ich mir mal einige Wunschlisten angesehen und war doch sehr erstaunt, was Menschen sich da so wünschen. Vom Duschgel bis zum teuren Computerspiel, von der Kette und der Delikatesse bis zum Küchengerät ist da so ziemlich alles dabei. Manche Wunschlisten habe auch eine erstaunliche Länge, was mich an der Bescheidenheit des Wünschers doch irgendwie zweifeln lässt. Aber dazu komme ich noch.

16. November 2025

Geschwister… Ja, das ist ist ein Thema, das viele Menschen ein Leben lang begleitet. Diejenigen, die Geschwister haben, sich aber nicht mit ihnen vertragen oder diejenigen, die eine liebevolle Geschwisterbeziehung pflegen oder die Beides kennen. Das Thema „Geschwister“ ist eins, dem wir nicht ohne Gefühle begegnen können.
Warum ist das so?
Ich selbst bin mit einem Bruder aufgewachsen, der etwas über ein Jahr jünger ist als ich. Wir hatten als kleinere Kinder eine gute emotionale Verbindung zueinander. In der Zeit, in der wir uns am stärksten entwickelten – also in den Teeniejahren – waren wir uns mitunter jedoch nicht gut gesinnt. Vermutlich kennen das viele Geschwisterpaare.