Buchempfehlungen
Lieber Leser, liebe Leserin,
ich habe Zeit meines Lebens Bücher gelesen und bin inzwischen im Besitz von mehr als 2000 Büchern, von denen ich mich nicht trennen kann, weil die (ziemlich große) Möglichkeit besteht, dass ich sie doch noch einmal in die Hand nehmen möchte. Gelesen habe ich natürlich viel mehr. Allerdings habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, Bücher, die mich nicht so sehr ansprechen oder begeistern, in andere lesefreudige Hände zu geben. Denn wie alles im Leben ist auch ein Buch immer Geschmackssache und vielleicht findet das gedruckte Werk, das mir selbst nicht so gefällt, an anderer Stelle ein freundliches Zuhause.
Ich stelle dir hier meine absoluten Favoriten vor und hoffe, ich kann dich ebenso dafür begeistern. Viel Freude beim Lesen!
Das weiße Gold des Pharaos
Ich mag ja Geschichten aus dem alten Ägypten. Dieser Roman von Betty Winkelmann, der übrigens noch zwei Vorgänger hat (Das Gold von Ägypten und Der goldene Gott), zog mich sofort in den Bann. Es handelt sich um einen historischen Krimi, in dem der Polizist Bak mehrere Morde aufklären und einer Schmugglerbande auf die Spur kommen muss. Das Faszinierende ist das Setting. Eine kleine stille Grenzstadt am Nil zu Zeiten der Königin Hatschepsut, die real etwa 1470 Jahre vor Christus das Land regierte. Die Autorin nimmt uns von der ersten Zeile an mit in den Alltag des Polizisten Bak und beschreibt uns das damalige Leben ganz nebenbei und so anschaulich, dass wir die Bastsandalen an unseren Füßen und den Wüstenstaub in unseren Haaren spüren. Sie verarbeitet dabei unauffällig und unaufdringlich sehr viele kleine Details, die das Geschehen wirklich anschaulich machen.
Nun kann man raten, ob Betty Winkelmann sich das alles ausgedacht oder hervorragend recherchiert hat. Jedenfalls sind alle Details und die Handlung logisch und wirken, wie aus einem Guss. Das macht dieses Buch für mich besonders. Fans der ägyptischen Historie haben auf jeden Fall Spaß mit dieser Lektüre und mit der gut gelungenen Hauptfigur, die von Anfang an überzeugend und sympathisch ist.
Der Prinzessinnenmörder
Ich habe die Krimireihe von Andreas Föhr versehentlich mit Band 11 begonnen. Damit dir das nicht passiert, präsentiere ich dir hier also das erste Buch aus der Reihe rund um Kriminalkommissar Wallner und den schlitzohrigen Dorfpolizisten Leo Kreuthner. Die Kriminalfälle spielen in Bayern, in und um Miesbach, wo zufällig meine Tante wohnt (liebe Grüße!) und passt da auch absolut hin.
Föhr liefert hier also den ersten Band der Serie ab und der ist schon ganz passabel. Er wird in den weiteren Bänden immer besser, versprochen! Der Autor versteht es, in jedem Buch mehrere Kriminalfälle sehr gekonnt und unterhaltsam miteinander zu verbinden. Da findet sich kein Loch in der Logik, die Handlung ist immer spannend und auch witzig und die Auflösung der Fälle ist stets nachvollziehbar.
Wallner ist die eigentliche Hauptfigur und stellt den ernsthafteren Part dar. Das ist auch nötig, weil Leo Kreuthner das genaue Gegenteil ist.
Der Patient
Der mit etwa 20 veröffentlichten Büchern recht produktive Autor, John Katzenbach, schrieb mit „Der Patient“ einen meiner Meinung nach außergewöhnlichen Thriller. Ja, es gibt andere Bücher, in denen der Gejagte zum Jäger wird – dieses hier sticht trotzdem heraus.
Die Hauptfigur ist der Psychiater Dr. Frederick Starks, der völlig unvermutet aus seinem normalen Leben gerissen wird. Er erhält die Aufforderung, innerhalb von 15 Tagen herauszufinden, wer ihn da so plötzlich bedroht. Wenn er dies nicht schafft, müsse er sich selbst töten. Anderenfalls bringt der geheimnisvolle Unbekannte einen nach dem anderen seiner Verwandten um. Gleiches gilt, wenn Starks sich an die Polizei wendet.
Der Schamane
Nahezu jeder kennt Noah Gordons Roman „Der Medicus“ – aber kennt ihr auch den 2. Teil der Trilogie? „Der Schamane“ schließt in Stil und Handlung wunderbar an Teil 1 an und begeisterte mich ebenso, auch wenn er nicht ganz so spektakulär ist. „Der Schamane“ fließt eher in ruhigen Gewässern, ist deshalb aber keineswegs langweilig, sondern sehr angenehm zu lesen. Wir erleben hier hautnah das Geschehen rund um den Nachfahren des „Medicus“, Doc Rob J. Cole und dessen tauben Sohn, Shaman (der Schamane genannt), der trotz seiner Behinderung ein begnadeter Mediziner wird. Zeitlich befinden wir uns im Jahr 1839 ff. und erleben mit, wie der wilde Westen zur Zivilisation reift. Der Weg dahin ist freilich mit viel Unwissenheit und zahlreichen Auseinandersetzungen gepflastert, was dieser Familiensaga insgesamt ihren Reiz verleiht.
Noah Gordon gestaltete sympathische Charaktere, würzte mit interessanten historischen Details, mixte damaliges medizinisches Wissen hinzu und hält die Spannung über die gesamten 700 Seiten. Absolut lesenswert!
Für diejenigen, die es interessiert: Teil 3, „Die Erben des Medicus“ spielt in der Neuzeit und war deshalb für mich nicht ganz sooo interessant- ist aber dennoch eine tolle Ergänzung der Geschichte um die Familie Cole und deshalb ebenfalls lesenswert.
Cupido
Wie kaum eine andere Autorin versteht es Jilliane Hoffman, einen abwechslungsreichen, hochspannenden Thriller zu präsentieren, der den Leser immer tiefer ins Geschehen einsaugt.
Hoffman kleckert nicht, sie klotzt. Mit einfachen Verbrechen gibt sie sich nicht ab, es muss schon etwas spektakulärer sein. Für feingeistige Gemüter sind ihre Werke deshalb eher nicht geeignet.
Im Mittelpunkt des Romans steht Staatsanwältin C.J.Townsend aus Miami, die uns hier nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal begegnet. Und darüber bin ich froh, weil diese Figur alles hat, was es für einen guten Thriller braucht.
Townsend trifft in dieser Geschichte auf den Mann, der sie einmal schwer vergewaltigte, misshandelte und zum Sterben zurückließ. Sie überlebte, physisch und psychisch gezeichnet, um viele Jahre später elf Fälle auf den Tisch zu bekommen, die ihrem unheimlich ähneln.
Erinnerungen an einen Mörder
Dieses Buch ist bisher das Einzige von der Autorin Petra Hammesfahr, das ich bisher gelesen habe- aber das wird sich ändern. So eine hohe, atmosphärische Erzähldichte ist mir noch nicht begegnet. Ich hatte den Eindruck, die Autorin hat alles selbst erlebt. Genial!
Der Aufbau dieses Kriminalromans ist ebenfalls besonders. Wir erleben das Geschehen aus der Sicht des 8-jährigen Felix, dessen Eltern und Geschwister zu Tode kommen. Entdeckt wird die Tat, weil Felix traumatisiert und blutüberströmt über die Straße läuft. Das Kind kann sich an den Vorfall zunächst nicht erinnern. Erst im Lauf der Zeit fügt sich Puzzlestück zu Puzzlestück, wird Felix auf der Suche nach der Wahrheit in die Irre geführt, landet in vermeintlichen Sackgassen und klärt Dinge auf, die er als Kind nicht wissen konnte und die sich maximal in Albträumen manifestiert haben. Der Leser erfährt nur das, was Felix selbst erfährt. Raum für Spekulationen ist dennoch genug, das macht Spaß und das Ende ist überraschend, aber nicht gänzlich unvorhersehbar.
Hägar der Schreckliche
Diese geniale Comicserie von Dik Browne bringt alle Verheirateten mit Sicherheit zum Schmunzeln und Kichern. Unverheiratete oder jene, die mit einer Eheschließung liebäugeln, erfahren hier auf jeden Fall, was sie erwartet.
Mich selbst erinnern Hägar und Helga an meine Eltern, die nicht immer miteinander, aber auch nicht ohneeinander konnten.
Der Autor nimmt mit den „Heldengeschichten aus dem Leben eines furchtlosen Wikingers“ gnadenlos alles aufs Korn.






