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Buchempfehlungen


Wer erinnert sich nicht an diesen österreichischen Entführungsfall und den Tag, an dem das Opfer Natascha Kampusch nach acht Jahren Gefangenschaft flüchten konnte?

Wir lesen hier die erschütternde Wahrheit darüber, wie es zu dieser Entführung kommen konnte, was Natascha erdulden musste, warum es ihr trotz einiger Möglichkeiten nicht gelang, früher zu fliehen und wie es ihr letztendlich doch gelang.

Gerade die Frage, warum Natascha Kampusch nicht fliehen konnte, obwohl der Täter sie sogar mit zum Einkaufen nahm oder im Garten arbeiten ließ, hat sicher viele, nicht nur mich, beschäftigt.

Im Regal nicht fehlen dürfen Bücher, in denen meine Kurzgeschichten enthalten sind. Dieses hier ist ein ganz besonderes Buch – krönt der Herausgeber mich doch darin zur „Queen of Shortstories“, ein Titel, den ich nach fast vierzig veröffentlichten Kurzgeschichten gern annehme.  

Hier enthalten sind meine fünf besten Geschichten. Ich habe tatsächlich zwei graue Haare mehr, weil ich diese Auswahl treffen musste. Aber sei es drum. Fünf auf einen Streich!

Der Herausgeber, Hari Patz, sowie drei weitere Autoren, allesamt haben bereits eigene Bücher/ Romane veröffentlicht, geben sich hier ein Stelldichein. Biba Al Nasiri, Marie Renningshaus und Tom Real, alle hatten die Qual der Wahl und steuerten jeweils fünf ihrer besten Kurzgeschichten bei.

Die Einnahmen fließen, wie immer, am Jahresende einem guten Zweck zu und schon deshalb sollte die Symphonie der Fantasie auch in deinem Bücherschrank nicht fehlen.

Meine Geschichten handeln von Liebe, von tödlichen Entscheidungen, Sehnsucht, verfressenen Mäusen und Drachenreitern, die wichtige Botschaften transportieren.  Lass dich überraschen!

Heute mal nix zum Lesen, sondern zum Gucken und Mitfreuen.

Dieses Buch ist nicht ausschließlich für Hundefreunde gedacht, wird aber bei diesen ganz besondere Emotionen hervorrufen.

Seth Casteel ist Fotograf und in der Tierrettung aktiv. Die Fotos in diesem Buch sind ursprünglich nicht geplant gewesen, sondern ein Zufallsprodukt. Bei einem Shooting sprang das Model (ein Cavalier King Charles Spaniel) immer wieder in den Pool, um ein Bällchen herauszuholen, das er vorher selbst hineingeschubst hatte. Casteel dachte sich, warum nicht? Er besorgte Unterwasserequipment und erlebte die größte Überraschung seines Lebens.

Danach arbeitete er mit vielen verschiedenen Hunden, die eines eint: pure Lebensfreude. Selbst Tiere, die zuvor nie geschwommen waren, zeigten sich beim Tauchen nach dem Spielzeug absolut nicht ängstlich, sondern selbstvergessen, fröhlich, kindlich.

Die Bilder sind herrlich. Manche sehen gefährlich aus (na klar, wenn ein Hund sein Gebiss zeigt), manche sind einfach nur lustig und alle strahlen eine gewisse Leichtigkeit aus. Die Hunde wollen nur eins: das Spielzeug aus dem Wasser holen.

Mich überkam beim Blättern in diesem Buch der Gedanke, dass  ich auch gern (wieder) so unbekümmert wäre, so einzig auf diesen einen Augenblick fokussiert, ohne darüber nachzudenken, was passieren könnte.

Und genau das ist es, was Seth Casteel uns mit diesem tollen Buch vermittelt: es ist möglich, wir müssen es nur tun.

Nein, der Titel ist nicht fehlerhaft, sondern so gewollt, denn das Buch beinhaltet nicht nur Geschichten über Brücken, sondern auch darüber, wie sie Menschen miteinander verbinden.

Unter Federführung der Autorin Dagmar Schmidt, die nicht nur Romane und Krimis verfasst, sondern auch wunderbare Kurzgeschichten schreibt, entstand das Buch „ÜberBrücken“, dessen Erlöse komplett dem Kinderhospiz Sternenbrücke zufließen.

Ich habe die Kurzgeschichte „Gefunden“ beigesteuert. 22 weitere Autoren näherten sich mit ihren Kurzgeschichten ebenfalls und auf die unterschiedlichste Weise dem Thema „Brücke“. Spannend, wie andere Autoren das jeweilige Thema bearbeiten! Ich habe mich regelrecht durchs Buch durchgefräst.

Die eingereichten Stories auf Herz und Nieren zu prüfen, ist sicher keine einfache Aufgabe, hier aber sehr gut gelungen.

Selbst wenn so eine Kurzgeschichtensammlung voraussichtlich nicht zum Bestseller mutiert, ist es doch wichtig, genauso viel Akribie auf die Qualität der eingereichten Stories sowie deren Lektorat und Korrektat zu verwenden.  Dass dies im Selbstverlag meist in der Freizeit und unentgeltlich durch die Beteiligten passiert, möchte ich hier ganz anerkennend erwähnen und an dieser Stelle natürlich für den Kauf dieses zauberhaften Buches werben.

Ganz unten, hinten, im letzten Fach meines Bücherregals lagen sie – meine Epper-Bücher. Verlegt vom Freiheit-Verlag Halle, meiner Heimatstadt und geschaffen von Arthur Epperlein, ebenfalls Hallenser und schon deshalb ein Muss für ein Kind der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Bei der Recherche zu meiner heutigen Buchempfehlung stellte ich fest, dass Epperlein, der unter dem Künstlernamen „Epper“ veröffentlichte, auch in den westdeutschen Medien einen Namen hatte. Sein gezeichneter Humor wurde zudem in vielen anderen Ländern gedruckt, auch in den USA und der damaligen UdSSR. Schau an, das hätte ich nicht gedacht!

Epperlein veröffentlichte in den 1960er bis 1980er in seinem ganz unverkennbaren und ich möchte sagen, einzigartigem Stil, zahllose gezeichnete Witze. Dabei nahm er nicht selten auch die politischen Verhältnisse aufs Korn (zum Beispiel den Handwerkermangel in der DDR oder kapitalistische Auswüchse), oft genug aber Zwischenmenschliches und Alltägliches. Epperlein zeichnete Situationen, die jedem von uns passieren können, auf eine Art, die ich als hinterf***** definieren würde und die oft erst beim zweiten Blick ihre Wirkung entfalten. Sehr unterhaltsam.

Auch heute noch sind seine Themen aktuell. Vielleicht aktueller denn je.

Die Epper-Bücher sind übrigens immer noch erhältlich. Als sie in meinen Besitz kamen, kosteten sie 2,30 DDR-Mark. Heute sind sie deutlich teurer, aber erschwinglich. Und wer feinsinnigen Humor mag – für den sind sie ein Muss.

Hier schneiden Verfilmung und Buch gleichermaßen gut ab, obwohl die Handlung für den Film natürlich angepasst wurde.

Der Autor Anthony Doerr verarbeitet das Thema „2. Weltkrieg“ auf eine sehr ruhige und poetische Weise. Sätze wie „Das Blut schwappte wie Quecksilber in Werner herum.“ sprechen eine bildliche Sprache, die sich durch den gesamten Roman zieht und das Geschehen erträglich und gleichzeitig begreifbar machen.

Die Handlung besteht aus 3 Hauptsträngen. Da ist Marie-Laure, ein blindes französisches Mädchen, das mitten im Kriegsgeschehen aufwächst und für den Widerstand arbeitet. Werner, ein deutsches Waisenkind, fällt den Behörden durch seine außergewöhnliche technische Begabung auf. Diese treibt ihn letztendlich bereits als 14-jährigen in die Mühlen des Krieges. Und um diese beiden Handlungsstränge, die sich nur kurz am Ende des Romans berühren, windet sich die Geschichte eines kranken deutschen Offiziers auf der Suche nach einem Edelstein, der die Heilung seiner Krankheit und ewiges Leben verspricht.

Die Kapitel sind kurz, manche nur 1,5 Seiten lang, was das Lesen durchaus angenehm macht. Es gibt Rückblicke , die die Handlung sehr gut beleuchten und sozusagen den Teppich für unsere Gefühle weben. Die Fortschreibung der aktuellen Handlung ist mitreißend und spannend, wobei der Autor im Wesentlichen auf Überraschungsmomente verzichtet.

Das Buch erhielt 2015 verdient den Pulitzerpreis, nicht zuletzt, weil es tiefe Einblicke in eine Zeit gewährt, die für uns nahezu unvorstellbar ist.  Wenn ich Sterne vergeben würde, gäbe es für dieses Buch statt der Höchstzahl 5 glatt 6 Sterne!

Dieser Thriller ist inzwischen mehr als 30 Jahre alt und dennoch sehr gut zu lesen. Der Autor Dean Koontz ist ein extrem fleißiger Schreiber und zu Recht äußerst erfolgreich. Doch von was handelt „Drachentränen“?

Kurz: Ein Mann mit übernatürlichen Kräften ist in diesem Roman der Bösewicht. Koontz erklärt die Herkunft dieser Kräfte recht plausibel und nachvollziehbar, so dass der Fakt für mich ziemlich glaubwürdig ist. Nennen wir den Mann einfach mal Ticktack. Ticktack hat ein Hobby. Er mordet nach Lust und Laune. Aber warum?