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Die Waage (nach einer wahren Geschichte)


Tante Inges Gesicht schwebt dicht vor meinem. Rund um die Nase ist ihre Haut großporig und gerötet. Ihre Augen mit den getuschten Wimpern sind weit aufgerissen, ebenso wie ihr Mund, aus dem es infernalisch riecht.

Mir bricht der Schweiß aus. Ich wälze mich hin und her, um Tante Inges Anblick zu entkommen. Ich weiß schon, was als nächstes folgt. Triumphierend schwenkt sie die quadratische Tasche, vor deren Inhalt ich panische Angst habe. Schon immer. Ich beginne zu wimmern und endlich holt mich Robert aus diesem Alptraum heraus. Er rüttelt mich und als ich ihn verständnislos ansehe, nimmt er mich in den Arm.

„Wieder dieser blöde Traum? Wieder Inge?“

Ich nicke, den Kopf an seine Brust gelehnt. Das kleine Lämpchen auf dem Nachttisch wirft einen Kreis warmen Lichts auf die Oberfläche.

Robert reicht mir ein Glas. „Trink etwas, Laurie.“

Ich nehme einen Schluck. Das Wasser schmeckt ein bisschen schal und ich merke, dass ich viel mehr Appetit auf einen heißen Kakao hätte.

Ich gebe Robert einen schnellen Kuss und schiebe die Füße aus dem Bett. Wenig später stehe ich im Morgenmantel in der Küche, erhitze Milch und rühre Kakao und Zucker ein. Auf der Tasse steht „Ein schöner Tag“.

Ich weiß gerade nicht, ob das die richtige Tasse für diesen Anlass ist, aber ich bin zu faul, den Kakao umzugießen.

Diesen Traum mit Tante Inge habe ich lange nicht gehabt. Er begleitet mich schon viele Jahre, obwohl ich mir gar nicht erklären kann, warum Tante Inge und ihre Tasche mir solches Unbehagen bereiten. Angst wäre vermutlich die bessere Bezeichnung. Ich habe Tante Inge ewig nicht gesehen. Dass sie mir im Traum irrlichtert und ich den Grund nicht kenne, erleichtert die Sache nicht.

Tante Inge ist die ältere Schwester meiner Mutter. Es gibt noch zwei andere Schwestern. Aber Inge gibt auf Grund ihres Altersvorsprungs stets den Ton an. Zusammen haben die vier Schwestern neun Kinder, acht davon Mädchen, ich und meine Cousinen.

Ich merke, wie mir bei dem Gedanken an meine Cousinen der Hals eng wird. Auch das ist etwas, das ich schon lange mit mir herumtrage, obwohl ich es nicht erklären kann. Wir haben, seit ich volljährig bin, so gut wie keinen Kontakt und trotzdem habe ich einen riesigen Kloß im Hals, wenn ich daran denke, dass ich sie wiedersehen müsste.

Tatsächlich steht ein Wiedersehen im Raum. Tante Inge wird achtzig und hat eingeladen. In ihrem Brief steht ausdrücklich, dass sie keine Ausreden gelten lässt und darauf besteht, dass alle erscheinen.

Sie möchte noch einmal in ihrem Leben alle Verwandten um sich scharen und alte Familientraditionen hochleben lassen.

Da ist er wieder, der kalte Schweiß. Meine Hand zittert, der Kakao schwappt in der Tasse, die ich gerade noch abstellen kann, bevor mich die Übelkeit würgt.

Alte Traditionen. Ich weiß nicht, was sie meint, aber schon der Gedanke drückt mir den Kakao die Speiseröhre hoch. Ich hechte zum Spülbecken.

Während ich zusehe, wie die braune schaumige Brühe im Abfluss verschwindet, tropft mir der Schweiß von der Stirn. Er überzieht auch meinen restlichen Körper und macht, dass ich nun mit den Zähnen klappere. Mir ist so kalt!

Ich krieche zurück ins Bett zu Robert, der leise schnorchelt, und kuschle mich fest an ihn heran. Robert ist mein Fels, mein Kuschelbär, mein Vertrauter. Ich würde ihm alles erzählen, was mich so panisch werden lässt, aber ich kann es nicht. Es hat etwas mit Früher zu tun. Über Vielem aus meiner Kindheit und Jugend liegt ein Schleier. Das ist kein gutes Gefühl, aber ich komme trotzdem durchs Leben. Ich weiche Situationen aus, in denen ich die Familie wiedersehen müsste. Meine Mutter hat das inzwischen zähneknirschend akzeptiert. Sie hat ja doch keine Chance, weil Robert sich schützend vor mich stellt. Er weiß, da war irgendetwas und auch wenn ich es nicht benennen kann, steht er zu mir.

Am nächsten Morgen sitzen wir beim Frühstück, als Robert meint: „Weißt du eigentlich, dass du jetzt jede Nacht diesen Alptraum hattest, seit diese vermaledeite Einladung gekommen ist?“

Ich nicke. Es ist mir schon klar geworden, dass Tante Inges Brief alte Wunden geöffnet hat. Ich weiß nur nicht, welche das sind.

Wir überlegen gemeinsam, ob wir uns ihrer Forderung beugen und zu diesem Fest gehen werden, das wahrscheinlich kein Fest werden wird, an dem ich Freude habe. Eher nicht. „Andererseits“, sagt Robert, „können wir so vielleicht herausbekommen, was dich so quält. Du bist jetzt fast fünfzig Jahre alt. Es wäre Zeit, die Angst zu beenden. Vielleicht wird’s ja sogar schön?“

Kognitiv weiß ich, dass er recht hat. Aber ich fange schon bei dem Gedanken an zu beben. Meine Hand umkrampft die Kaffeetasse. Ich schließe die Augen und sehe sofort Tante Inges Blick. Er besteht aus einer Mischung von Triumph und Häme und ich kenne ihn gut.

„Ich bin ja bei dir. Und wenn es gar nicht funktioniert, können wir sofort gehen. Niemand kann dich zwingen, dort zu bleiben, Laurie.“

Aus meiner Verzagtheit wird Wut. „Wenn ich doch nur wüsste …!“

„Es hat ja scheinbar mit dieser Tasche zu tun, von der du mir erzählt hast. Meinst du, die existiert nach all den Jahren überhaupt noch?“

Wenn es nicht so ernst wäre, würde ich wahrscheinlich kichern. Robert hat recht. Das olle Ding wird inzwischen das Zeitliche gesegnet haben. Und ich bin erwachsen genug, Tante Inges Blick standzuhalten.

Nachdem mich drei weitere Nächte dieser blöde Alptraum quält, beschließen wir, der Einladung zu folgen. Ich brauche Gewissheit und ich weiß, es wird wie König Heinrichs Gang nach Canossa werden. Die Abtrünnige kehrt in den Schoß der Familie zurück.

Wenn ich nur wüsste, warum mich schon der Gedanke fertig macht. Ich bin nämlich ein Familienmensch durch und durch. Unsere drei Kinder, die inzwischen ebenfalls Kinder haben, sind gern mit uns zusammen und wir mit ihnen. Selbst mit den Schwiegereltern der beiden Großen verstehen wir uns blendend. Ich habe, wenn wir zusammentreffen, immer ein warmes Gefühl in mir und genieße es sehr.

Das geht mir bei der Familie, aus der ich stamme, überhaupt nicht so. Treffe ich zufällig mal jemanden in der Stadt, habe ich stets das Bedürfnis, die Begegnung ganz schnell zu beenden. Sie sind nett, ja, aber in ihren Blicken lese ich Skepsis, spüre, dass sie mich nicht anerkennen. Und nun soll ich sie alle in geballter Ladung treffen?

Ich weiß, dass ich mich dem stellen muss. Dennoch… Nachts sehe ich ihre unglücklichen Gesichter vor mir. Sie sind alle hundsbeindürr, wie Tante Inge und meine Mutter auch. Ich dagegen habe nach der dritten Schwangerschaft aufgegeben, um meine alte Figur zu kämpfen. Gottverdammt, ich habe drei Kinder geboren, da muss ich mich nicht noch geißeln! Seitdem habe ich ein besseres Verhältnis zu mir gewonnen und genieße es, zu essen, was ich möchte und Kleidung zu tragen, die bequem ist. Was solls?

Für die Feier habe ich mich neu eingekleidet. Nicht, weil ich nichts Passendes hätte. Ich möchte einfach nur schön sein. Eine nette Verkäuferin hat mich beraten und mir geholfen, ein tolles Outfit zusammenzustellen. Wenn der Anlass nicht so makelbehaftet wäre, würde ich mich direkt freuen, es endlich einmal auszuführen.

Es ist wichtig, mich rundum wohlzufühlen, wenn ich in die Höhle des Löwen gehe. Robert meinte, dass wir es auch bleiben lassen können. Aber ich will es durchstehen, mit aller Macht. Vielleicht wendet sich etwas zum Guten.

Da es mir zuwider ist, ein liebevolles Geschenk für Tante Inge zu kaufen, bestellen wir einen Strauß Blumen. Das ist unverbindlich und kann trotzdem Freude bereiten.

Meine Kinder sind nicht zur Feier eingeladen, deshalb müssen Robert und ich allein hingehen. Ich habe mir die Haare schön gemacht, mich dezent geschminkt und finde mich in den neuen Sachen sehr schön. Robert macht mir an der Tür zu dem Restaurant, in dem Tante Inge feiert, noch ein entsprechendes Kompliment und dann legt er mir die Hand auf den Rücken, um mir zu signalisieren, dass er für mich da ist.

Ich schlucke den Kloß in meinem Hals herunter. Ja, ich will es jetzt wissen. Ich hoffe nur, dass ich nicht vor allen Anwesenden aus den Latschen kippe.

Der Saal ist ziemlich groß. Zunächst erkenne ich niemanden. Ich habe sie ja alle lange nicht gesehen. Dann kommt Aurelie, Inges älteste Tochter auf mich zu. Sie ist zwar nur wenige Jahre älter als ich, aber sie sieht aus, als hätte sie ein anstrengendes Leben gehabt. Trotzdem ist sie so herzlich, wie ich sie in Erinnerung habe.

„Laurentia, schön, dass du da bist. Und das ist wohl dein Mann?“ Sie schüttelt Robert die Hand, der wie ein Offizier der alten Schule die Hacken zusammenknallt und sich kurz verbeugt. Innerlich muss ich grinsen. Ich bin froh, dass er neben mir ist.

Nun erblicke ich auch Tante Inge, die genauso wie in meinem Traum aussieht. Nur, dass sie deutlich mehr Falten bekommen hat in den letzten dreißig Jahren und noch mehr einem Kleidergestell ähnelt, als früher. Ist denn da überhaupt noch etwas Fett an diesem Körper? Ich kann nichts entdecken, muss mich aber konzentrieren, freundlich zu gucken und zu gratulieren. Robert überreicht unseren Blumenstrauß und flüstert mir anschließend zu: „Bei so einer Tante hätte ich auch Alpträume.“

Wir kichern beide.

Anschließend begrüßen wir meine Mutter und danach die anderen Verwandten. Die Männer meiner Cousinen sehen nett aus, auch mein einziger Cousin begrüßt uns freundlich. Im Gegensatz zu seiner Mutter wirkt er nicht gekünstelt, er freut sich ehrlich, mich zu sehen.

Meine anderen Cousinen sind nett, aber distanziert. Ihre Blicke sprechen Bände. Gegen sie wirke ich wie ein Walfisch und fühle mich auch ein bisschen so. Robert scheint es zu merken und flüstert mir zu: „Diese dürren Weiber sind nicht mal ansatzweise so schön wie du. Ich liebe dich, Laurie.“

Das gibt mir Kraft, diesen Begrüßungsmarathon durchzustehen und das Lächeln auszuhalten, das sich inzwischen schmerzhaft in mein Gesicht gegraben hat. Nimmt denn das gar kein Ende?

Nachdem wir auch den letzten Onkel und das letzte von Inges Enkelkindern begrüßt und einen Platz in der Runde gefunden haben, lasse ich meinen Blick schweifen. Von Tante Inges blöder Tasche keine Spur.

Ich bin erleichtert und kann mich sogar auf die Rede des Geburtstagskindes konzentrieren, die mich, das schwarze Schaf der Familie, ausdrücklich erwähnt. Noch wirkt sie freundlich, aber ich merke, dass eine komische Stimmung im Saal ist. Bin ich womöglich nicht die Einzige, die sich hier nicht besonders wohl fühlt?

Meine Anspannung will trotzdem von mir abfallen. Der Sekt, mit dem wir anstoßen, entspannt mich etwas. Ich glaube, wenn jetzt nichts Dramatisches passiert, kann ich den Nachmittag und den Abend durchhalten. Smalltalk werde ich schon hinbekommen. Robert lächelt und zwinkert mir zu. Er sieht die Gefahr wohl gebannt. Wahrscheinlich wundert er sich, warum ich mich so lange vor einem Zusammentreffen mit der Familie gedrückt habe. Ich kenne den Grund ja selbst nicht.

Meine Erinnerung wird jedoch jäh geweckt, als Tante Inge mit ihren letzten Worten unter den Tisch greift und eine quadratische Tasche hervorholt. Es ist nicht die Tasche von damals. Aber Form und Größe sind identisch.

Mir stockt der Atem. Roberts Blick spricht Bände. Das darf doch nicht wahr sein!

„In Erinnerung an unsere schönen alten Traditionen“, sagt das Monster gerade, „habe ich etwas mitgebracht.“

Ich kann nicht weiter zuhören, weil ich um Luft ringe. Mir ist heiß und kalt zugleich. Ich kann nur zusehen, wie das Monster eine Personenwaage aus dieser hässlichen Tasche zieht, die genauso hässlich ist, wie ihre Seele. Gerade kann ich mich noch an der Tischkante festhalten. Robert legt seine Hand über meine. „Es ist eine Waage?“

Ich habe Mühe zu nicken, bin wie versteinert.

Als das Monster nun auch noch ein schwarzes Notizbuch aus der Tasche zieht, ploppt in mir etwas auf. Wobei „Ploppen“ es nicht annähernd trifft. Ich möchte schreien. In mir öffnet sich ein Abgrund und wie bei einem Vulkan, der am Beginn seines Ausbruchs steht, sprudeln erste Erinnerungsstücken leise an die Oberfläche. Der Sprudel wird immer stärker.

Ich fühle, was ich so lange nicht gefühlt habe, was ich so lange verdrängt habe. Angst. Die Demütigungen von damals branden in mir hoch. Es fühlt sich an, als stände ich an einer Klippe, unter mir die Gischt des Meeres, die an die Felsen prallt. Das Meer schäumt und zieht mit jeder Welle ein Stück des Schleiers von meiner Vergangenheit hinab in die dunkle Tiefe.

„Nein, Mutter!“ Aurelias Schrei hallt durch den Saal und dringt sogar bis in mein vernebeltes Hirn, mein bebendes Ich vor.

Aurelia springt auf und stürmt auf ihre Mutter zu, die wie erstarrt steht. Ich selbst kann auch keinen Finger rühren. In meinem Kopf drehen sich die Bilder. Diese elende Tradition! Sie ist womöglich auf Tante Inges eigenem boshaften Nährboden gewachsen.  Ich erinnere mich, während Aurelia wie in Zeitlupe bei ihrer Mutter ankommt und die Waage auf dem Boden zerschmettert. Ich sehe uns jungen Mädchen einzeln auf die Waage treten, sehe Tante Inges erhobenen Zeigefinger, wenn sie uns für zu fett befand. Heute weiß ich, dass fünfzig Kilogramm bei einer Körpergröße von einem Meter siebzig nicht zu fett ist. Die Demütigung, die uns Mädchen und auch Frauen bei jeder Familienfeier ereilte, vor versammelter Mannschaft gewogen zu werden, hat sich tief in mich eingebrannt. Was haben wir vor solchen Tagen gehungert! Was haben wir danach gelechzt, einen freundlichen Blick und ein Lob von Tante Inge zu bekommen und nicht als Gierschlund und Mensch ohne Willen abgestempelt zu werden.

Während die Splitter der Waage durch den Saal hüpfen, erinnere ich mich auch, dass die Jungen und Männer dieser Schmach nicht ausgesetzt wurden, was die Prozedur noch erniedrigender machte.

Aurelia reißt nun das Notizbuch aus Tante Inges Hand und zerfetzt es. Das bringt den Damm, hinter dem ich all die Jahre meine Gefühle aufgestaut habe, zum Bersten. Ich schreie. Schreie mir die Seele aus dem Leib und sehe zu, wie Aurelia die Ärmel ihrer schönen Bluse hochschiebt und Narben herzeigt, die dort nicht sein sollten. Aurelia hat sich ebenfalls geritzt. Das wusste ich nicht. Ich dachte, ich wäre allein mit meiner Pein.

Diese Narben, die auch meine Unterarme hässlich machen und mich immer wieder daran erinnern, wie unglücklich ich damals war. Wie oft musste ich hungrig ins Bett, weil meiner Mutter sich Tante Inges Diktat beugte. Weiß Gott, sie hat ebenfalls gehungert, daran erinnere ich mich. Dass ich noch viele Jahre unter der Mangelernährung gelitten und kein gesundes Verhältnis zu Essen entwickeln konnte, daran trägt auch sie Schuld.

Ich schreie immer noch, aber mir wachsen dabei Flügel. Die entsetzten Blicke meiner anderen Cousinen und der übrigen Verwandten sind mir egal. Ich schiebe mich mit meinem Hinterteil quer über den Tisch, näher zu Aurelia, die weint und schreit. Gläser gehen zu Bruch, es ist mir gleichgültig. In mir ist so eine unglaubliche Wut.

Ich nehme ein Bruchstück der zerschmetterten Waage und werfe es mit Schmackes nach Tante Inge. Ein weiteres Stück werfe ich nach meiner Mutter, die mit offenem Mund daneben sitzt. Das Plastik ritzt ihr die Wange auf.

Aurelia und ich müssen aussehen wie Furien mit feurigen Augen und feuerspeiendem Mund. Es tut so gut, die Empörung herauszulassen, diese unbändige Wut.

Nun liegen wir beiden uns in den Armen. Um uns herum beginnt ein Raunen. Entrüstung. Ich höre aber auch Beifall. Im Moment kann ich mir keine Gedanken darüber machen, was andere über uns denken. Ich fühle mich frei.

Aurelia lächelt. „Gut gebrüllt, Löwin!“

Und dann verlassen wir Hand in Hand diesen Saal des Grauens. Grad sehe ich noch Robert, der mich mit rotem Kopf anstrahlt und die Daumen nach oben reckt.

Draußen bleiben wir vor dem türhohen Spiegel stehen und sehen hinein. Wir erblicken zwei Frauen um die Fünfzig, mit feuerroten Gesichtern und zerlaufenem Makeup. Mein Hechter über den Tisch hat die Naht meines Kleides in der ganzen Länge aufplatzen lassen und Aurelia hat eine Schmarre unter der Nase, die vermutlich von einem Stück der Waage stammt. Wir sehen zerknittert aus, verheult , angeschwollen und doch gleichzeitig glücklich.

Ich drücke Aurelia noch einmal. „Danke!“