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Wir sind viele. Um genauer zu sein, etwa 8,2 Milliarden Menschen weltweit. Angesichts dieser Menge von Individuen zu sprechen, klingt vielleicht merkwürdig. Man könnte ja annehmen, dass da viele Leute dabei sind, die in der Masse untergehen, weil sie kein Albert Einstein oder ein Kandidat für die nächste Papstwahl sind, oder?

Falsch. Nicht jeder kann ein Genie sein oder das Ziel haben, eines Tages der katholischen Kirche vorstehen zu wollen. Muss auch keiner.

Das Wort Individuum bedeutet: das Unteilbare, ein einzelnes Wesen in seiner Gesamtheit und Einzigartigkeit.

Und genau deshalb schreibe ich diese Zeilen. Weil ich darüber reden möchte, dass Individualität und Einzigartigkeit nicht immer bedeuten müssen, dass man etwas besonders gut kann oder aus der Masse herausstechen muss.

18. Januar 2026

Haben wir schon einmal über Mut geredet? Nein? Da wird’s aber Zeit.

Mut brauchen wir doch eigentlich oft, jeden Tag sogar, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. Stimmts?

Die Bedeutung dieses Wortes ist mit den drei Buchstaben M U T gar nicht zu erfassen. Deshalb hier erst einmal die klare Definition: Mut ist die Fähigkeit, seine Ängste zu überwinden und etwas zu tun, das man für richtig hält, obwohl einem bewusst ist, dass die betreffende Handlung Nachteile und Gefahren bergen kann.

Dabei brauchen wir nicht nur Mut, um jemandem das Leben zu retten. Für einen Depressiven braucht es Mut, am Anfang des Tages aufzustehen. Das Opfer eines Missbrauchs braucht oft Mut, um den Täter anzuzeigen. Es benötigt Mut, dem Mobber in der Firma gegenüberzutreten, es benötigt Mut, sich für einen Fehler zu entschuldigen oder jemandem die Freundschaft aufzukündigen, weil sie einem nicht mehr guttut. Wer vom Pferd gestürzt ist, braucht Mut, um wieder aufzusteigen, wer obdachlos geworden ist, braucht Mut, um Hilfe zu bitten usw.

Mancher braucht schon Mut, um eine andere Person nach dem Weg zu fragen. Und warum ist das so?

Dazu komme ich gleich. Eins möchte ich nämlich vorher festhalten. Jeder Mensch ist von unzähligen Einflüssen geprägt. Vom Elternhaus, der Erziehung, von Erlebnissen, Erfahrungen, Erfolgen, Niederlagen, Krankheiten… In Summe ergibt das die Höhe der Hürde, für deren Überwindung wir Mut benötigen.

Aber warum ist für eine Person die Hürde nahezu unüberwindlich, während die gleiche Sache für eine andere Person nur eine Randnotiz darstellt, selbst, wenn sie die gleichen oder ähnliche Voraussetzungen haben?

14. Dezember 2025

Auf Threads, der instagrambasierten Alternative zu Twitter, kursieren seit einiger Zeit sogenannte „Wishlists“. Menschen hinterlegen virtuelle Produkte in einer speziell kreierten Wishlist auf Amazon und posten den dazu passenden Link dann auf der Social-Media-Plattform Threads. Jeder kann darauf Zugriff nehmen, sich die Liste anschauen und, wenn er möchte, ein oder mehrere Wünsche erfüllen. Das Produkt geht an den Ersteller der Liste, gezahlt wird durch denjenigen, der die Ware ordert. Ein modernes Wichteln sozusagen. Unbekannte schenken Fremden etwas, das diese sich wünschen. Es besteht jedoch kein Zwang, etwas zurückzuschenken.

Aus Neugier habe ich mir mal einige Wunschlisten angesehen und war doch sehr erstaunt, was Menschen sich da so wünschen. Vom Duschgel bis zum teuren Computerspiel, von der Kette und der Delikatesse bis zum Küchengerät ist da so ziemlich alles dabei. Manche Wunschlisten habe auch eine erstaunliche Länge, was mich an der Bescheidenheit des Wünschers doch irgendwie zweifeln lässt. Aber dazu komme ich noch.

16. November 2025

Geschwister… Ja, das ist ist ein Thema, das viele Menschen ein Leben lang begleitet. Diejenigen, die Geschwister haben, sich aber nicht mit ihnen vertragen oder diejenigen, die eine liebevolle Geschwisterbeziehung pflegen oder die Beides kennen. Das Thema „Geschwister“ ist eins, dem wir nicht ohne Gefühle begegnen können.
Warum ist das so?
Ich selbst bin mit einem Bruder aufgewachsen, der etwas über ein Jahr jünger ist als ich. Wir hatten als kleinere Kinder eine gute emotionale Verbindung zueinander. In der Zeit, in der wir uns am stärksten entwickelten – also in den Teeniejahren – waren wir uns mitunter jedoch nicht gut gesinnt. Vermutlich kennen das viele Geschwisterpaare.

19. Oktober 2025

Jeder Mensch hat Geheimnisse. Du, ich, mein Nachbar… Wir alle tragen Masken, zeigen uns nur in sehr vertrauten Momenten so, wie wir tatsächlich sind – verletzlich, sensibel, Wesen mit Bedürfnissen. Unsere Masken schützen uns und zeigen nach außen ein Bild, das uns stärker oder anders erscheinen lässt, als wir tatsächlich sind.

Der Gedanke mit den Masken kam mir letztens in der Straßenbahn. Ich beobachtete die Menschen und dachte mir so, dass ein jeder doch nur das zeigt, was er von sich zeigen will. Der Mann mit den auffälligen roten Schuhen lebt vielleicht in einer Partnerschaft, in der er untergeordnet ist. Das würde er aber nicht zugeben, weil er die Wertschätzung seiner Umgebung genießt und nicht als Schwächling dastehen möchte. Die roten Schuhe sind seine Maske.

14. September 2025

Ich habe erst kürzlich darüber geschrieben, wie es sich anfühlt, etwas selbst zu erschaffen und da fehlte, klarofix, der Hinweis auf kreative Hobbys nicht. Etwas entstehen lassen – das ist natürlich nur ein ganz kleiner Teil der unzähligen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die es gibt.

Ich habe bis vor Kurzem die Meinung vertreten, dass Menschen ohne Hobbys etwas im Leben fehlen müsse. Und vielleicht ist das ja auch so. Aber wer legt denn fest, was Menschen glücklich und zufrieden macht, was sie ausfüllt? Na?

Jeder für sich selbst. Und nur, weil das, was andere interessant finden, für mich ziemlich bedeutungslos ist, wäre es falsch, deren Freizeitgestaltung niedriger zu bewerten.

Ja, es gibt diejenigen, die in ihrer Freizeit fast ausschließlich zocken, fernsehen, die Wohnung auf Hochglanz bringen oder am Handy daddeln. Es gibt diejenigen, die Energie aus dem Lesen von Fachzeitschriften ziehen oder Kakteen züchten oder Hobbyhorsing betreiben (das sind Stöcke mit Pferdeköpfen, auf denen geritten wird) und und und. Der Mensch ist manchmal langweilig, aber ansonsten wirklich erfinderisch.

17. August 2025

Diese Frage hat sich vermutlich schon jeder in seinem Leben gestellt und ist wahrscheinlich zu jeweils unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Je nachdem, wie angenehm oder unangenehm die Erinnerung ist.

Habt ihr auch schon festgestellt, dass man sich an die unangenehmen Dinge aus der Vergangenheit weitaus deutlicher erinnert, als an die schönen Momente (Ausnahmen bestätigen die Regel)? Die schönen Momente verwischen oft, mischen sich und überlagern sich. Manchmal fragen wir uns: war das damals tatsächlich so? Oder verwechsle ich da gerade etwas?

Mobbingopfer oder Opfer von Verbrechen vergessen selten das, was ihnen angetan wurde. Vielleicht lackiert das Leben ein paar Schichten Farbe drüber, aber im Untergrund ist dieser schlimme Teil ihrer Vergangenheit doch stets präsent und kann sofort abgerufen werden. Da genügt ein Geruch, ein Name, ein Ort, eine Stimme… Selbst wenn wir uns die größte Mühe geben, diesen Teil unseres Lebens loszulassen, um Vergessen zu können, gelingt dies nur in seltenen Fällen.

Vergangenheit zeichnet uns. Sie hinterlässt Narben auf dem Körper und der Seele und wir können sie nicht nach Belieben loslassen.