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Geschwister
Geschwister… Ja, das ist ist ein Thema, das viele Menschen ein Leben lang begleitet. Diejenigen, die Geschwister haben, sich aber nicht mit ihnen vertragen oder diejenigen, die eine liebevolle Geschwisterbeziehung pflegen oder die Beides kennen. Das Thema „Geschwister“ ist eins, dem wir nicht ohne Gefühle begegnen können.
Warum ist das so?
Ich selbst bin mit einem Bruder aufgewachsen, der etwas über ein Jahr jünger ist als ich. Wir hatten als kleinere Kinder eine gute emotionale Verbindung zueinander. In der Zeit, in der wir uns am stärksten entwickelten – also in den Teeniejahren – waren wir uns mitunter jedoch nicht gut gesinnt. Vermutlich kennen das viele Geschwisterpaare.
Masken
Jeder Mensch hat Geheimnisse. Du, ich, mein Nachbar… Wir alle tragen Masken, zeigen uns nur in sehr vertrauten Momenten so, wie wir tatsächlich sind – verletzlich, sensibel, Wesen mit Bedürfnissen. Unsere Masken schützen uns und zeigen nach außen ein Bild, das uns stärker oder anders erscheinen lässt, als wir tatsächlich sind.
Der Gedanke mit den Masken kam mir letztens in der Straßenbahn. Ich beobachtete die Menschen und dachte mir so, dass ein jeder doch nur das zeigt, was er von sich zeigen will. Der Mann mit den auffälligen roten Schuhen lebt vielleicht in einer Partnerschaft, in der er untergeordnet ist. Das würde er aber nicht zugeben, weil er die Wertschätzung seiner Umgebung genießt und nicht als Schwächling dastehen möchte. Die roten Schuhe sind seine Maske.
Hobbys und wie wir sie finden können
Ich habe erst kürzlich darüber geschrieben, wie es sich anfühlt, etwas selbst zu erschaffen und da fehlte, klarofix, der Hinweis auf kreative Hobbys nicht. Etwas entstehen lassen – das ist natürlich nur ein ganz kleiner Teil der unzähligen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, die es gibt.
Ich habe bis vor Kurzem die Meinung vertreten, dass Menschen ohne Hobbys etwas im Leben fehlen müsse. Und vielleicht ist das ja auch so. Aber wer legt denn fest, was Menschen glücklich und zufrieden macht, was sie ausfüllt? Na?
Jeder für sich selbst. Und nur, weil das, was andere interessant finden, für mich ziemlich bedeutungslos ist, wäre es falsch, deren Freizeitgestaltung niedriger zu bewerten.
Ja, es gibt diejenigen, die in ihrer Freizeit fast ausschließlich zocken, fernsehen, die Wohnung auf Hochglanz bringen oder am Handy daddeln. Es gibt diejenigen, die Energie aus dem Lesen von Fachzeitschriften ziehen oder Kakteen züchten oder Hobbyhorsing betreiben (das sind Stöcke mit Pferdeköpfen, auf denen geritten wird) und und und. Der Mensch ist manchmal langweilig, aber ansonsten wirklich erfinderisch.
Vergangenheit festhalten, loslassen, speichern?
Diese Frage hat sich vermutlich schon jeder in seinem Leben gestellt und ist wahrscheinlich zu jeweils unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Je nachdem, wie angenehm oder unangenehm die Erinnerung ist.
Habt ihr auch schon festgestellt, dass man sich an die unangenehmen Dinge aus der Vergangenheit weitaus deutlicher erinnert, als an die schönen Momente (Ausnahmen bestätigen die Regel)? Die schönen Momente verwischen oft, mischen sich und überlagern sich. Manchmal fragen wir uns: war das damals tatsächlich so? Oder verwechsle ich da gerade etwas?
Mobbingopfer oder Opfer von Verbrechen vergessen selten das, was ihnen angetan wurde. Vielleicht lackiert das Leben ein paar Schichten Farbe drüber, aber im Untergrund ist dieser schlimme Teil ihrer Vergangenheit doch stets präsent und kann sofort abgerufen werden. Da genügt ein Geruch, ein Name, ein Ort, eine Stimme… Selbst wenn wir uns die größte Mühe geben, diesen Teil unseres Lebens loszulassen, um Vergessen zu können, gelingt dies nur in seltenen Fällen.
Vergangenheit zeichnet uns. Sie hinterlässt Narben auf dem Körper und der Seele und wir können sie nicht nach Belieben loslassen.
Etwas selbst erschaffen
Etwas selbst zu erschaffen, bedeutet Befriedigung, Zufriedenheit und auch berechtigten Stolz, wenn es fertig und vielleicht besonders gut gelungen ist. Wer strickt, bastelt, aussäht, malt usw. wird dies nachvollziehen können. Ein schönes Gefühl, oder?
Ich habe heute das Thema gewählt, weil ich als „Kopfarbeiter“ in diesem Monat die neueste Anthologie vorstelle, zu der ich eine meiner Kurzgeschichte beisteuern durfte. Schau mal unter „Buchtipp“ nach. Das Buch heißt „ÜberBrücken“. Und natürlich bin ich stolz, wenn ich selbst Erdachtes schwarz auf weiß nachlesen kann und weiß (oder zumindest annehme), dass ich damit Freude bereiten kann.
Ich bin aber genauso stolz, wenn ich ein Bild gemalt oder, wie hier im Foto zu sehen ist, einen kleinen Baum aus Drähten „gewickelt“ habe. Ob das, was wir produzieren, immer sinnvoll ist, darauf kommt es meiner Meinung nach gar nicht an. Es kommt darauf an, was es mit uns macht, mit unserem Wohlbefinden, durchaus auch mit unserer Konzentration, unserer Feinmotorik oder allgemein mit unserer Gesundheit.
Wie die Zeiten sich verändern
Wer schreibt, sammelt Informationen, recherchiert Begriffe, hält Augen und Arme offen für Begegnungen und Inspirationen und er ist, das ist heute fast unvermeidlich, digital unterwegs. Social Media und Digitalisierung sind die Zauberwörter, ohne die heutzutage nahezu gar nichts mehr geht. Wer hat nicht schon festgestellt, dass immer mehr Leute bei den alltäglichsten Verrichtungen aufs Handy starren oder aber die einfachsten Vorgänge auf einmal digitalisiert und damit nicht unbedingt vereinfacht werden?
Der Wandel schreitet voran und zwar mit einer solchen Geschwindigkeit, dass ich manchmal das Gefühl habe, mich nicht mehr anpassen zu können. Digitalisierung ist durchaus ein Segen, aber auch ein Zeitdieb und sie fordert ohne Gnade, dass man sich mit ihr beschäftigen muss.
Es ist noch nicht lange her, dass alle Grundstücksbesitzer Angaben zu ihren Grundstücken machen mussten, weil der Staat neue Regeln für die Erhebung der Grundsteuer aufstellen wollte. Natürlich ging das nur digital. Wer dem nicht gewachsen war, musste sich professionelle Hilfe holen und diese auch bezahlen.
Du möchtest einen Termin beim Arzt oder beim Einwohnermeldeamt? Bitte sehr, machs digital, sonst telefonierst du dir die Finger wund. Im Parkhaus wird dein Nummernschild digital erfasst, bezahlt wird immer mehr mit dem Handy oder der EC-Karte, das Smarthome-System steuert deinen gesamten Haushalt und Bewerbungen für eine Ausbildung oder einen neuen Arbeitsplatz werden über Apps verschickt. Partnersuche? Digital! Kinderbeschäftigung? Digital! Behördengänge? Digital! Du hast eine Beschwerde beim Energieversorger? Na? Richtig… Wählen Sie die 1, wenn…
Wie meine Figuren zu ihren Namen kommen
Wer meine Geschichten kennt, weiß auch, dass meine Figuren mit teilweise sehr ungewöhnlichen Namen um die Ecke kommen. Katastry Bollardshyk beispielsweise oder Epistophanus Dokokkulu. Und da stellt sich durchaus die Frage, woher nehme ich diese Namen, welche Laune hat mich getrieben, meinen Lesern so ein Kauderwelsch vorzusetzen?
Manche Autoren gehen bei der Namenswahl alphabetisch vor (alle Figuren beginnen in der Reihenfolge des Alphabets oder mit dem gleichen Buchstaben), andere wiederum verbinden die gewählten Namen sinngemäß mit der Handlung (zum Beispiel Luna für ein Mädchen, das auf den Mond reist). Wieder andere achten strikt darauf, dass der Name unbedingt in die Zeit der Handlung passt oder dass er gut aussprechbar ist.
Auch wenn ich auf jeden Fall ein Fan davon bin, gut aussprechbare Namen zu benutzen, so habe ich doch bei meinen Figuren manchmal kein Mitspracherecht. Klingt komisch? Ist es auch. Wenn ich nun noch dazuschreibe, dass ich manchmal sogar kein Mitspracherecht bei der Handlung habe, hältst du mich für komplett bekloppt, oder?