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Etwas selbst erschaffen
Etwas selbst zu erschaffen, bedeutet Befriedigung, Zufriedenheit und auch berechtigten Stolz, wenn es fertig und vielleicht besonders gut gelungen ist. Wer strickt, bastelt, aussäht, malt usw. wird dies nachvollziehen können. Ein schönes Gefühl, oder?
Ich habe heute das Thema gewählt, weil ich als „Kopfarbeiter“ in diesem Monat die neueste Anthologie vorstelle, zu der ich eine meiner Kurzgeschichte beisteuern durfte. Schau mal unter „Buchtipp“ nach. Das Buch heißt „ÜberBrücken“. Und natürlich bin ich stolz, wenn ich selbst Erdachtes schwarz auf weiß nachlesen kann und weiß (oder zumindest annehme), dass ich damit Freude bereiten kann.
Ich bin aber genauso stolz, wenn ich ein Bild gemalt oder, wie hier im Foto zu sehen ist, einen kleinen Baum aus Drähten „gewickelt“ habe. Ob das, was wir produzieren, immer sinnvoll ist, darauf kommt es meiner Meinung nach gar nicht an. Es kommt darauf an, was es mit uns macht, mit unserem Wohlbefinden, durchaus auch mit unserer Konzentration, unserer Feinmotorik oder allgemein mit unserer Gesundheit.
Wie die Zeiten sich verändern
Wer schreibt, sammelt Informationen, recherchiert Begriffe, hält Augen und Arme offen für Begegnungen und Inspirationen und er ist, das ist heute fast unvermeidlich, digital unterwegs. Social Media und Digitalisierung sind die Zauberwörter, ohne die heutzutage nahezu gar nichts mehr geht. Wer hat nicht schon festgestellt, dass immer mehr Leute bei den alltäglichsten Verrichtungen aufs Handy starren oder aber die einfachsten Vorgänge auf einmal digitalisiert und damit nicht unbedingt vereinfacht werden?
Der Wandel schreitet voran und zwar mit einer solchen Geschwindigkeit, dass ich manchmal das Gefühl habe, mich nicht mehr anpassen zu können. Digitalisierung ist durchaus ein Segen, aber auch ein Zeitdieb und sie fordert ohne Gnade, dass man sich mit ihr beschäftigen muss.
Es ist noch nicht lange her, dass alle Grundstücksbesitzer Angaben zu ihren Grundstücken machen mussten, weil der Staat neue Regeln für die Erhebung der Grundsteuer aufstellen wollte. Natürlich ging das nur digital. Wer dem nicht gewachsen war, musste sich professionelle Hilfe holen und diese auch bezahlen.
Du möchtest einen Termin beim Arzt oder beim Einwohnermeldeamt? Bitte sehr, machs digital, sonst telefonierst du dir die Finger wund. Im Parkhaus wird dein Nummernschild digital erfasst, bezahlt wird immer mehr mit dem Handy oder der EC-Karte, das Smarthome-System steuert deinen gesamten Haushalt und Bewerbungen für eine Ausbildung oder einen neuen Arbeitsplatz werden über Apps verschickt. Partnersuche? Digital! Kinderbeschäftigung? Digital! Behördengänge? Digital! Du hast eine Beschwerde beim Energieversorger? Na? Richtig… Wählen Sie die 1, wenn…
Wie meine Figuren zu ihren Namen kommen
Wer meine Geschichten kennt, weiß auch, dass meine Figuren mit teilweise sehr ungewöhnlichen Namen um die Ecke kommen. Katastry Bollardshyk beispielsweise oder Epistophanus Dokokkulu. Und da stellt sich durchaus die Frage, woher nehme ich diese Namen, welche Laune hat mich getrieben, meinen Lesern so ein Kauderwelsch vorzusetzen?
Manche Autoren gehen bei der Namenswahl alphabetisch vor (alle Figuren beginnen in der Reihenfolge des Alphabets oder mit dem gleichen Buchstaben), andere wiederum verbinden die gewählten Namen sinngemäß mit der Handlung (zum Beispiel Luna für ein Mädchen, das auf den Mond reist). Wieder andere achten strikt darauf, dass der Name unbedingt in die Zeit der Handlung passt oder dass er gut aussprechbar ist.
Auch wenn ich auf jeden Fall ein Fan davon bin, gut aussprechbare Namen zu benutzen, so habe ich doch bei meinen Figuren manchmal kein Mitspracherecht. Klingt komisch? Ist es auch. Wenn ich nun noch dazuschreibe, dass ich manchmal sogar kein Mitspracherecht bei der Handlung habe, hältst du mich für komplett bekloppt, oder?
Der vergessene Pfad
Neulich habe ich eine Entdeckung gemacht. Ich habe einen Pfad wiederentdeckt, an dem ich mehrere Jahre vorbeigelaufen bin, ohne dass ich ihn vermisst hätte.
Zur Erklärung: Ich gehe sehr gerne mit meiner Hündin in ein nahegelegenes, kleines, Wäldchen. Dort kann ich das Ballspiel mit ihr abwechslungsreich gestalten. Sie kann nicht nur apportieren, sondern mir auch das Bällchen aus niedrigen Astgabeln holen, von schlanken Ästen, auf die ich es gesteckt habe, abziehen und auch Suchspiele stehen hoch im Kurs. Wir sind also wirklich oft da. Ab und zu begleiten uns die Katzen und wir schlendern dann gemeinsam und erkunden alles.
Früher gab es jemanden, der dort ein bisschen für Ordnung gesorgt hat. Über den Weg wuchernde Triebe verschnitten, Dickicht ausgedünnt oder abgesenst usw. Irgendwann wucherte dann alles so, wie Mutter Natur es für richtig hielt. Niemand gebot dem mehr Einhalt und wir konnten nur noch den Hauptweg benutzen. Das war nicht schlimm, wir fanden ja genug Beschäftigung. Aber der eine Pfad am Randes des Waldes war nicht mehr begehbar und geriet deshalb in Vergessenheit. Bis vor Kurzem.
Kontakte knüpfen und pflegen
Mir ist in letzter Zeit das Thema „Freunde finden“ wieder häufiger begegnet und ich habe festgestellt, dass es eben nicht für jeden ganz einfach ist, neue Kontakte zu finden und diese dann auch aufrecht zu erhalten oder zu vertiefen.
Ich klammere hier mal diejenigen aus, die zum Beispiel durch eine Sozialphobie oder andere psychische Probleme Mühe haben, Kontakte herzustellen und auch zu pflegen. Sie haben es besonders schwer und da gibt es natürlich kein Patentrezept, wie man das ändern kann.
Aber wie sieht es mit den Anderen aus? Leute, die gern jemanden kennenlernen würden, sehen sich selbst vor einer Hürde. In meinem Blog zur Einsamkeit habe ich dazu schon Einiges geschrieben, auch, welche Strategien und Möglichkeiten es gibt, den ersten Schritt zu tun – denn einen ersten Schritt müssen wir gehen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Entweder ich gehe selbst auf einen Menschen zu oder ich öffne mich soweit, dass jemand keine Scheu hat, mich anzusprechen.
Sich zu öffnen heißt, sich verwundbar zu machen. Das ist einer der Gründe, warum Menschen Angst vor neuen Kontakten haben. Man zeigt sich mit Stärken und Schwächen und ja, da gibt es Personen, die meine Schwächen ausnutzen könnten, um sich ihr Mütchen zu kühlen. Sie wollen mich vielleicht sogar absichtlich kränken.
Liebe zu Haustieren
Wer (noch) keine Haustiere hat, mag vielleicht bei den folgenden Zeilen den Kopf schütteln oder lächeln. Ich kann das nachvollziehen, denn vor vielen Jahren hatte ich auch noch keine Haustiere und habe in manchen Situationen sehr in mich hinein gegrinst. Naja, manchmal tue ich es heute noch, wenn jemand eine vermeintlich überbordende Liebe zu seinem Tier zeigt. Aber erstmal ein paar Zahlen.
Wusstest du, dass in deutschen Haushalten etwa 15,7 Millionen Katzen und etwa 5 Millionen Hunde leben? Hinzu kommen Millionen Nagetiere, Fische, Spinnen, Schlangen, Echsen, Vögel usw.
Hast du dich schon gefragt, warum das so ist? Ich habe mich belesen. Eine Umfrage hat ergeben, dass 92% der Halter Haustiere zu sich geholt haben, um nicht einsam zu sein. 89% gaben an, dass ihr Tier sie tröstet, 86% meinen, dass sie das Familienleben fördern, 80% sagen, sie fördern soziale Kontakte und 69% sind der festen Überzeugung, dass Haustiere Stress mindern.
Neben diesen fünf Hauptgründen gibt es aber noch eine ganze Menge Faktoren, die Haustiere für uns wertvoll machen. Wir haben etwas, dem wir unsere Aufmerksamkeit schenken können und von dem wir, in der Regel, auch Aufmerksamkeit, Treue, Trost, Liebe, Geduld oder zumindest Unterhaltung zurückbekommen.
Das innere Glöckchen
Jeder kennt es, wenn eine ungewohnte Situation eintritt, bei manchen zwischenmenschlichen Begegnungen oder wenn wir etwas tun sollen, dessen Wirkung wir nicht einschätzen können: der Bauch grummelt. Irgendetwas sagt uns, dass da etwas nicht stimmt, irgendwas komisch ist, wir lieber vorsichtig sein sollten.
Es nennt sich Intuition oder auch Bauchgefühl. Ich nenne es das innere Glöckchen.
Was hat es aber damit auf sich?
Im Laufe unseres Lebens lernen wir unermüdlich. Wir lernen zum Beispiel, dass es weh tut, auf die heiße Herdplatte zu fassen oder dass Leute, die uns im Dunkeln begegnen, nicht immer Gutes im Schilde führen. Wir lernen und wissen, dass wir nicht von Dach zu Dach springen können (wie es gern im Film gezeigt wird) oder dass Eisbaden etwas ist, das am besten unter Anleitung trainiert wird. Dies speichern wir. Entweder weil wir selbst die Erfahrung gemacht haben, wir gesehen haben, wie jemand anderem etwas passiert ist oder weil wir es auf vielfältige andere Weise aufgenommen und als nützlich vermerkt haben.
Die Summe dieses Wissens äußert sich in einem unguten Gefühl. Leider lernen wir in unserem Leben auch, diesem unguten Gefühl nicht immer nachzugeben. Was heißt „leider“?






