Cupido

Wie kaum eine andere Autorin versteht es Jilliane Hoffman, einen abwechslungsreichen, hochspannenden Thriller zu präsentieren, der den Leser immer tiefer ins Geschehen einsaugt.
Hoffman kleckert nicht, sie klotzt. Mit einfachen Verbrechen gibt sie sich nicht ab, es muss schon etwas spektakulärer sein. Für feingeistige Gemüter sind ihre Werke deshalb eher nicht geeignet.
Im Mittelpunkt des Romans steht Staatsanwältin C.J.Townsend aus Miami, die uns hier nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal begegnet. Und darüber bin ich froh, weil diese Figur alles hat, was es für einen guten Thriller braucht.
Townsend trifft in dieser Geschichte auf den Mann, der sie einmal schwer vergewaltigte, misshandelte und zum Sterben zurückließ. Sie überlebte, physisch und psychisch gezeichnet, um viele Jahre später elf Fälle auf den Tisch zu bekommen, die ihrem unheimlich ähneln.
Ihr eigener Fall ist inzwischen verjährt, so dass Townsend die Verbrechen aufklären will, ohne preiszugeben, dass sie dem Täter bereits begegnet ist. Der wiederum hat sein früheres Opfer genau erkannt und versucht mit diesem Wissen, Townsend daran zu hindern, ihn zu verurteilen. Die Todesstrafe droht.
Die Handlung braucht keinen langen Anlauf. Wir sind gleich mitten im Geschehen, das so rasant vorwärtsgetrieben wird, dass man das Buch nur schwer aus der Hand legen kann. Townsend ist sympathisch, ihr Dilemma überträgt sich auf den Leser und so gehen wir durch alle Höhen und Tiefen, die dieser Roman zu bieten hat. Dabei gibt es keine Nebenstraßen, keine Abzweigungen, die uns in die Irre führen sollen, sondern einen einzigen Sog, der uns durch das Buch leitet. Genial.