Der Anruf
Triggerwarnung: Gewalt in und nach der Ehe
Zuerst höre ich nur ein langgezogenes Schluchzen. Eins jener Geräusche, die aus der tiefsten Tiefe der Seele kommen. Eins, das nicht nach Aufmerksamkeit heischt, sondern einen Schmerz ausdrückt, den wir nur selten und nur bei sehr großer Trauer empfinden. Die Stimme ist weiblich. Ich kenne sie nicht. Wer hier anruft, bleibt anonym. Und dennoch schneidet mir dieses Schluchzen mit scharfen Messern ins Herz, nimmt mich mit, lässt mich fühlen, wie schwer die Anruferin an ihrem Problem zu tragen hat.
Ich höre zu, versichere der Frau, dass ich in der Leitung bleiben werde und sie ihren Schmerz herauslassen darf und ich warte, bis sie sich in der Lage sieht, zu sprechen. Noch weiß ich nicht, was geschehen ist. Vielleicht kommt es darauf auch gar nicht an. Am anderen Ende der Leitung ist ein Mensch in höchster Not und das ist alles, was zählt.
Nach einer Weile beruhigt sich die Frau. Ich merke, es hat ihr gutgetan, dass jemand bei ihr war, während sie vor lauter Kummer nicht ein noch aus wusste. Langsam kommt sie ins Erzählen von einer Ehe, die nicht gut war. Der inzwischen geschiedene Mann hat sie lange Zeit gedemütigt, sie von allen Freunden isoliert, ihr Selbstbewusstsein systematisch untergraben, bis sie sich selbst nichts mehr wert war. Nur ihre Mutter ist ihr geblieben und die beiden kleinen Kinder. Zwillinge sind es.
Ich erfrage nicht, wie sie es geschafft hat, diese Ehe zu beenden und ich frage auch nicht, wie es dazu kommen konnte, dass der Mann, in den sie sich verliebt hat, so grausam sein konnte. Das Muster ist immer gleich. Im Neudeutsch heißt es „Love-Bombing“. Das Opfer wird auf jede erdenkliche Weise mit Aufmerksamkeit und Liebesbezeugungen regelrecht bombardiert, bis es emotional so abhängig ist, dass Stufe Zwei in Kraft treten kann. Die Frau ist noch jung. Sie hat noch nicht viel Lebenserfahrung und wenn jemand daherkommt, der sie auf Händen trägt, ihr jeden Wunsch von den Lippen abliest und sie auf diese Weise davon überzeugt, dass sie die einzig wahre Frau für ihn sei und er der einzig wahre Mann für sie, dann kann ich gut verstehen, dass sie daran geglaubt hat.
Ihr Schluchzen ist leiser geworden, sie hat sich gefasst. Ihre Trauer ist dennoch so präsent, als säße sie neben mir und ich könnte ihr ins Gesicht schauen. Könnte ihre verquollenen Augen sehen, ihren verzerrten Mund, ihren traurigen Blick.
Ich frage, ob sie darum weint, dass diese Ehe nicht gelungen ist, dass dieser Mann sie so zerstört hat. Ein lautes Schniefen antwortet mir.
Sie sagt, dass sie mit der Ehe abgeschlossen hat, da nun aber die beiden Kinder seien. Der Vater hat, obwohl sie erwirkt hat, dass er sich ihr nicht nähern dürfe, vor Gericht erstritten, dass die Beiden alle zwei Wochen zu ihm kommen. Manchmal könne ihre Mutter die Kinder übergeben, damit sie ihm nicht gegenübertreten muss. Oft gelingt dies allerdings nicht. Dann ist sie gezwungen, trotz des Kontaktverbots und trotz der geradezu körperlichen Schmerzen bei seinem Anblick, mit ihm zu reden und ihm die Kinder auszuhändigen. Freunde, die das übernehmen könnten, habe sie keine mehr.
Nun erzählt sie doch noch ein wenig, wie es sich in der Ehe zugetragen hat. Anfangs waren die Zeichen subtil und sie nahm an, dass dies zu jeder Ehe dazugehöre. Er hielt ihr jeden Fehler vor, auch wenn er noch so gering war. Mit der Zeit konnte sie ihm nichts mehr recht machen und er beschimpfte sie als untauglich und dumm. Sie verstand nicht, warum sämtliche Liebesbezeugungen, die sie in seine Arme geführt hatten, auf einmal nicht mehr galten. Und sie suchte die Schuld bei sich, versuchte, seinen Ansprüchen gerecht zu werden und eine gute Ehefrau zu sein.
Für mich ist klar, dass aus ihr zu diesem Zeitpunkt bereits ein Opfer geworden ist. Als sie erzählt, wie der Vater ihrer Kinder sie genötigt habe, alle Freundschaften zu beenden, weil diese Freunde angeblich einen schlechten Einfluss auf sie ausüben würden, bricht ihre Stimme erneut. Manche hätten sich auch von allein abgewendet, weil sie nicht hatte hören wollen, dass dieser Mann ihr nicht guttäte. Sie hatte ihnen nicht glauben wollen, konnte es nicht, weil die Hoffnung noch so stark war, dass diese Ehe doch noch funktionieren könne, wenn sie sich nur genug Mühe gäbe. Das bricht mir das Herz, weiß ich doch, dass sie niemals eine Chance hatte. Niemals. Sie tut mir so unheimlich leid, aber ich bin auch froh, dass sie den Mut gefasst und hier angerufen hat. Dies ist einer der Anrufe, weswegen ich gerne Seelsorgerin geworden bin. Dennoch fällt es schwer, ihr zuzuhören und nicht zu viele Fragen zu stellen. Ich merke, dass sie Vertrauen zu mir hat und aufmerksam lauscht, als ich ihr erkläre, wie es sich mit den Freundschaften verhält.
„Schauen Sie“, sage ich, „Wenn Sie meine Freundin gewesen wären und ich hätte gesehen, wie Sie in Ihr Unglück rennen und doch nicht hören und sehen wollen, dass diese Ehe Ihnen nicht gut tut… Dann hätte der Schmerz darüber, dass Sie so blind sind, möglicherweise auch dazu geführt, dass ich mich abwende. Einfach, weil ich es nicht ertragen kann, diese Hilflosigkeit zu verspüren und auszuhalten.“
Ich setze hinzu: „Deshalb hätte ich Sie aber nicht weniger lieb als vorher. Sie wären immer noch meine liebe Freundin, nur dass ich aus dem Bedürfnis, mich selbst zu schützen, Abstand nehmen würde. Können Sie das verstehen?“
Ihr überraschtes „Ja“ ist ein klitzekleiner Lichtblick in diesem Gespräch, von dem ich noch nicht weiß, wo es hinführen wird. Ich merke, dass sie einen Moment überlegen muss und gebe ihr den Raum.
Nun erzählt sie doch, wie es dazu kam, dass sie den Entschluss fasste, die Ehe zu beenden. Mich zerreißt es innerlich, als ich höre, dass der Mann sie bestraft hat, indem er zur Geburt der Kinder nicht ins Krankenhaus gekommen ist. Der Grund ist eigentlich unglaublich und passt doch so gut zu allem anderen, was sie erzählt. Er bestrafte sie dafür, dass sie, bevor sie ins Krankenhaus ging, die Wohnung nicht anständig geputzt habe.
Ich habe einen Klumpen im Bauch und weiß, dass es die Wut auf diesen Unbekannten ist, der von der hochschwangeren Frau kurz vor der Geburt noch verlangt, dass sie die Wohnung gründlich zu reinigen hätte. Schließlich sei sie ja für ein oder zwei Tage nicht da und könne wohl kaum erwarten, dass er in einem Drecksloch lebe.
Drecksloch. Das hallt nach. Gleichzeitig bin ich froh. Gäbe es diesen Vorfall nicht, würde die Frau vielleicht immer noch an der Ehe festhalten, die keine Ehe war, nur auf dem Papier bestand.
Für Außenstehende ist schlecht nachvollziehbar, warum Menschen sich so lange derart schlecht behandeln lassen. Mir geht es auch so. Inzwischen weiß ich aber, dass die Täter ihre Opfer permanent verunsichern, so dass sie nach und nach den Glauben an sich selbst verlieren. Wenn sie nur wirklich wollten und sich wirklich anstrengen würden, dann wäre Dieses oder Jenes besser gelaufen. Manchmal behaupten die Täter, dass sie bestimmte Dinge nicht gesagt und nicht versprochen hätten. Dann wiederum, wenn die Stimmung zu sehr kippt, kommen erneut Liebesschwüre, wird dem Opfer suggeriert, es müsse nur verzeihen können, damit die Beziehung besser laufen würde.
Der Fall dieser Frau hier an meinem Hörer ist ein Paradebeispiel. Ich kann gar nicht beschreiben, wie leid sie mir tut und das sage ich ihr auch genau so. „Es tut mir so furchtbar leid, dass Sie das erlitten haben. Mir fehlen die Worte. Am liebsten würde ich Sie jetzt mal in den Arm nehmen. Können Sie das fühlen?“
Ja, sie kann es. Ich merke, wie sie sich weiter löst. Es ist immer wieder erstaunlich, wie wir Gefühle über ein Telefon transportieren können. Wir sind einander fremd und dennoch verbindet uns dieses Gespräch auf einer Ebene, die mit klarem Verstand allein nicht zu begreifen ist.
Schon eine Weile ist mir klar, dass der eigentliche Grund ihres Anrufs noch ein anderer sein muss. Ihren tiefen Kummer am Anfang des Telefonats können diese alten Vorfälle nicht erklären. Aber ich lasse ihr Zeit, das Gespräch fließt. Sie muss das Bedürfnis allein verspüren, mir zu erzählen, was ihren neuen Schmerz ausgelöst hat. Meine Geduld wird belohnt. Aber was ich jetzt höre, steigert meine Wut noch einmal. Und es löst ein Gefühl der Hilflosigkeit aus, das mir mindestens genauso unangenehm ist. Ich will mich nicht hilflos fühlen!
Das auszuhalten ist einer der schwierigen Aspekte in der Seelsorge. Ich dämme die Gefühle in meinem Inneren, sperre sie weg, weil sie im Augenblick nicht helfen würden. Ich kommuniziere der Frau später, wie es sich für mich angefühlt hat. Zunächst höre ich nur zu.
Sie schildert, dass ihr Exmann jede Gelegenheit nutzt, um sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Das macht er sehr geschickt und so, dass es keine Zeugen dafür gibt. Beispielsweise verschafft er sich über andere Nachbarn Zugang zum Haus und lauert ihr auf, wenn sie von der Arbeit kommt oder schnell etwas aus dem Keller holen möchte. Er bedrängt sie körperlich, stößt die schlimmsten Drohungen aus und verletzt sie so geschickt, dass der Nachweis darüber schlecht zu führen ist.
Neulich hat sie sich einen hübschen Türschmuck gekauft, den sie außen an der Wohnungstür aufhing, damit sie beim Heimkommen eine kleine Freude hat. Als es am frühen Abend klingelt, nimmt sie an, dass es die Nachbarin ist, die für sie ein Paket angenommen hat. Der Türschmuck verdeckt leider die Sicht ins Treppenhaus und sie nimmt sich gerade vor, das zu ändern, als ihr die Türklinke aus der Hand gerissen wird und ihr Exmann an ihr vorbeistürmt und sie dabei umreißt. Sie liegt schneller auf dem Boden, als sie denken kann und der Schreck, aber auch die Angst lähmen sie. Wird er sie jetzt umbringen? Ihre Todesangst ist auch für mich fassbar, so unfassbar der Vorgang insgesamt erscheint.
„Ich habe mir in diesem Moment gewünscht, dass er mich tatsächlich umbringt, damit dieses Elend ein Ende hat“, sagt sie und ich glaube ihr.
Was ihr dann wiederfährt, ist schlimm.
Er schließt seelenruhig die Tür und tut ihr das an, was manchen Ehemännern als ihr gutes Recht erscheint. Er benutzt ein Kondom und er sorgt dafür, dass er keine anderen Spuren hinterlässt. Die Frau ist immer noch paralysiert und begreift bei allem Schmerz nicht, dass sie sich wehren könnte. Ihm vielleicht Haare ausreißen oder kratzen, um Beweise zu schaffen. Es ist ihr schlichtweg unmöglich. Ihr einziger Gedanke ist, dass die Kinder Gottseidank bei der Oma sind und dies nicht miterleben müssen.
Später, als sie zur Besinnung kommt und ihr Exmann längst gegangen ist, steht sie mühsam auf. Sie hat das Bedürfnis, sich zu säubern. Aber sie widersteht dem Impuls. Sie weiß, er hat erneut eine Grenze überschritten und wenn sie ihm keinen Einhalt gebietet, ist sie ihres Lebens nicht mehr sicher.
Sie hat bei vorangegangenen Vorfällen bereits erlebt, wie unkooperativ die zuständige Polizeibehörde ist, hat sich wieder und wieder erklären müssen, nur um festzustellen, dass niemand ihr Glauben schenken will. Beweisen kann sie ja nicht, was er da mit ihr treibt.
Sie will es nun noch einmal versuchen, will Gehör finden. Ich merke, wie ihr Atem kurz wird, sie einen erneuten Gefühlsausbruch unterdrückt. Sie erzählt, wie der Polizeibeamte, der die Anzeige aufnimmt, ihr immer wieder ins Wort fällt, mal diese oder jene Frage stellt, sie aber nicht ausreden lässt. Seiner Meinung nach sei sie selbst schuld, denn sie habe ja ihrem Exmann die Wohnung geöffnet und damit die Basis für das Geschehen hergestellt. Und er sehe auch keine Abwehrverletzungen. Womöglich wollte sie die Ehe wieder kitten und da dies nicht gelungen sei, greife sie nun zu der Behauptung, ihr sei Gewalt angetan worden. Er kenne das. Das passiert öfter. Sagt er.
Wahrscheinlich hat ihr die Stimme dort genauso versagt, wie sie es jetzt gerade tut. Sie wird immer leiser, stockt und ich spüre die tiefe Trauer und die große Hoffnungslosigkeit, die wieder mehr Raum in ihr nehmen. Ich frage, ob man ihr angeboten habe, eine weibliche Beamtin für die Anzeigenaufnahme einzusetzen. Die Frau verneint.
Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass ein Rechtsanspruch darauf besteht, nach so einer Tat vor einer gleichgeschlechtlichen Beamtin aussagen zu dürfen, bin mir aber nicht sicher. Es ist doch aber nachvollziehbar, dass ein weibliches Opfer ganz anders reagiert, seine Scham und Angst eher bewältigen kann, wenn es auf eine andere Frau trifft.
Meine Anruferin hat auf Grund der Vernehmungstaktik darauf verzichtet, die Anzeige aufzugeben und deshalb gab es auch keine ärztliche Untersuchung. Das Bleigewicht in meinem Bauch wird größer.
Ich kann spüren, wie machtlos sie sich fühlt, angesichts der vermeintlichen Aussichtslosigkeit, dem Täter irgendwie beizukommen. Da ist so viel Schmerz, ganz tief drin. Bei mir kommt noch Wut hinzu.
Ich merke, dass jetzt zur Seelsorge doch auch ein praktischer Rat sehr von Nutzen sein könnte. Was kann sie tun, damit dieses Martyrium ein Ende hat?
Wir teilen uns das Gefühl der Ratlosigkeit, zumal uns beiden klar ist, dass sie wahrscheinlich erst wieder Gewalt erfahren muss, bevor sie den nächsten Schritt tun kann.
Ich sage ihr, dass sie im Fall des Falles auf die Vernehmung durch eine weiblichen Beamtin bestehen soll. Unbedingt. „Ja“, sagt die Frau mit etwas festerer Stimme, das werde sie tun.
Dann überlegen wir, wen sie um Hilfe bitten kann.
Die Nachbarn sind alle betagt, was es dem Täter immer so leicht macht, ins Haus zu gelangen. Sie verstehen nicht, dass sie nicht einfach aufs Knöpfchen drücken und die Haustür öffnen sollen und meine Anruferin möchte mit ihrem Schicksal auch nicht hausieren gehen. Zu sehr schämt sie sich.
Kollegen kommen nicht in Frage, ihre Mutter ist ohnehin überfordert und sonst sei da niemand.
„Ich möchte noch einmal auf Ihre ehemaligen Freundschaften zurückkommen“, sage ich. „Gibt es da einen oder zwei besondere Menschen, die Ihre Situation verstehen können?“
Ja, sogar zwei gute Freundinnen gab es. Sie haben viel zusammen unternommen und sie mochten sich sehr. Es waren auch die beiden Frauen, die sie als Erste auf die Ungereimtheiten in ihrer Ehe aufmerksam gemacht hatten. Das ist eine gute Nachricht, finde ich, gleich zwei Menschen, die in Frage kommen.
„Schauen Sie. Wir nehmen einmal an, dass eine dieser Freundinnen in genau Ihrer Situation ist. Und Sie hätten sich abgewendet, weil es Ihnen so weh tut, sie in ihr Unglück rennen zu sehen.“ Ich hole kurz Luft, damit sie den Gedanken nachvollziehen kann. „Können Sie sich vorstellen, wie Sie sich verhalten würden, wenn diese Freundin eines Tages zu Ihnen käme und Ihnen sagte, dass ihre Ehe der größte Irrtum war? Sie könne nun verstehen, warum Sie sie gewarnt haben und sie bereut es sehr, dass sie Ihren Sorgen kein Gehör geschenkt hat. Was würden Sie tun? Würden Sie sie wegschicken?“
Und da hab ich sie. Ihr Ausruf „Nein!“ kommt spontan. Ich könnte grad ein wenig tanzen vor Freude, lass die Anruferin aber nichts spüren. „Man müsste doch das größte Schwein auf Erden sein, wenn man jemanden, den man einmal sehr gern hatte oder den man immer noch gern hat, die Hilfe verweigern würde, zumal in so einem schlimmen Fall.“
Ich bin so drastisch, damit ihr später nicht doch Zweifel kommen. „Meinen Sie nicht, dass Ihre Freundinnen das genauso sehen?“
Sie beginnt zu schluchzen, aber es ist nicht so tief und herzzerreißend, wie am Anfang unseres Gesprächs. Es klingt eher erleichtert. Sie beruhigt sich schnell. „Daran habe ich gar nicht gedacht.“
„Deshalb sprechen wir ja miteinander, nicht?“ Nun lächeln wir beide, das merke ich, auch ohne dass ich sie sehe.
Zum Schluss fragt sie mich noch nach meinem Namen.
Den sage ich ihr gerne. „Susanne.“
„Ich heiße Anja“, sagt sie und ich merke, dass da Hoffnung mitschwingt und sehr viel Dankbarkeit. Sie muss es gar nicht aussprechen.
Ich wünsche ihr alles Gute und sie weiß, es kommt von Herzen. Wir legen beide auf und da ist er, dieser kleine Glücksmoment. Er funkelt in mir, wie eine winzige Sonne, die mir das Herz wärmt. Es ist die Freude, einem Menschen in Not wenigstens ein kleines Hoffnungslicht entzündet zu haben. Natürlich bleibt da das Gefühl, dass ich gerne mehr geholfen hätte, aber auch das Wissen, dass Anja nun bald nicht mehr allein ist. Das, was uns für die Dauer dieses Gesprächs verbunden hat, strahlt noch lange in mir nach.
Anja, ich denke an Sie!