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Buchempfehlungen


Rachel Joyce hat hier eine Geschichte vorgelegt, die ans Herz geht – nicht im romantischen Sinne, sondern im menschlichen.
Harold Frey ist ein unscheinbares Arbeitstier und lebt in einer Ehe, die im Prinzip keine mehr ist. Der Kitt dieser Ehe ist der gemeinsame Sohn, den beide Elternteile schmerzhaft vermissen und dessen permanente Abwesenheit seine Frau ihrem Mann Harold anlastet. Entsprechend kühl ist der Umgang miteinander. Das Dasein der beiden besteht nur noch aus Routine.

Eines Tages erhält Harold den Brief einer ehemaligen Kollegin, die er zwanzig Jahre lang nicht gesehen hat und die nun unheilbar an Krebs erkrankt ist. Harold weiß nicht, was er tun soll und formuliert unbeholfen eine Antwort, die aus wenigen Sätzen besteht. Während er zum Briefkasten läuft, um seine Antwort abzusenden, fallen ihm ein paar Situationen ein, in denen Queenie nett zu ihm war und er hat das Gefühl, er könne den Brief nicht in den erstbesten Briefkasten werfen. Also läuft er weiter bis zum nächsten und bis zum nächsten und bis zum nächsten…

Das Buch ist nahezu ein Klassiker. Bereits 1955 geschrieben, fasziniert es immer noch und wurde bereits mehrfach verfilmt.

Der Autor Josef Martin Bauer erzählt die Geschichte eines deutschen Soldaten, der 1945 in einem Massenprozess zu 25 Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt wird. Er ist einer von mehr als 3 Millionen Kriegsgefangenen, die dorthin deportiert werden. Viele sterben schon auf dem Transport, viele Weitere überleben die in den Gefangenenlagern herrschenden unmenschlichen Bedingungen nicht. Nur wenigen gelingt die Flucht.

Bauer schildert die Deportation und das Lagerleben, die oft tödliche Zwangsarbeit in den dortigen Bleiminen und natürlich die Flucht seines Protagonisten, die mehr als drei Jahre andauert und sich über tausende von Kilometern erstreckt.

Obwohl inzwischen umstritten ist, dass alle Schilderungen auf wahren Begebenheiten beruhen, ist doch klar, dass sich Dieses oder Jenes im wahren Leben so abgespielt haben muss. Zahllose Erzählungen anderer Kriegsgefangener, denen das Überleben und die Heimkehr gelungen ist, bestätigen Wesentliches, so dass der Roman als eine Art Zeitzeugnis gelten kann und dies erklärt auch die Faszination, die er ausübt.

Der Talisman ist eins meiner Lieblingsbücher, weil … Ja, da gibt es mehrere Gründe.

Von was handelt es eigentlich?

Quer durch die USA, aber auch quer durch ihre imaginäre, mittelalterliche Gegenwelt, genannt Die Region, führt die äußerst gefahrvolle Reise der zwölfjährigen Halbwaise Jack auf der Suche nach dem geheimnisvollen Talisman, der seine sterbenskranke Mutter zu retten verspricht. Jack muss das schwarze Haus erreichen, in dem sich der Talisman befinden soll und er muss Abenteuer bestehen, von denen ein Junge seines Alters nicht einmal träumen sollte.

Einer der Faktoren, die das Buch so sympathisch machen, ist Jack. Er ist nicht schlauer oder besser als andere Kinder seines Alters, sondern nur verzweifelter. Seine Entwicklung während der Reise zu verfolgen, seine Tiefen auszuloten, seine Ängste mitzuerleben, die sehr überzeugend und nachvollziehbar sind, aber auch zu sehen, wie Jack an den Herausforderungen wächst, hat etwas Magisches.

Ellis Peters historische Krimiserie rund um Bruder Cadfael umfasst zwanzig unterhaltsame Bände, die ich mehrfach gelesen habe. Ich bin immer noch und immer wieder begeistert.

Die Autorin wurde 1913 geboren und besaß deshalb den etwas blumigen Stil ihrer Zeit. Bei einem anderen Thema würden mich der von ihr gewählte Satzaufbau und die von Peters verwendete Wortwahl möglicherweise nicht ansprechen – hier passt es jedoch hervorragend.

Zentrale Figur ist Klosterbruder Cadfael. Er lebt in der Zeit um 1135 in der zur Gemeinde Shrewsbury  gehörenden Abtei und ist für den Klostergarten und die Kräuterküche zuständig. Da in der Abtei Hochzeiten abgehalten werden, hochrangige Gäste logieren und allerlei Volk aus der Gemeinde und den umliegenden Dörfern, vom betuchten Händler bis zum Bettler, kommt und geht, bleiben natürlich auch zahlreiche Dramen nicht aus. Vom Diebstahl bis zum Mord geschieht hier so ziemlich alles, was passieren kann, wenn Menschen aufeinandertreffen.

Kann ein Roman gleichzeitig herzzerreißend und wunderschön sein? Ja, er kann, wenn Jojo Moyes ihn schreibt und ihm den Titel „Ein ganzes halbes Jahr“ gibt. Das ist genau die Zeitspanne, die Lou bleibt, um Will kennen- und lieben zu lernen.

Sie ist eine junge Frau, gefangen in ihrer Kleinstadtwelt und dennoch auf ihre eigene Weise ein Paradiesvogel, der nur noch nicht gelernt hat, das Leben zu entdecken. Er ist ein ehemaliger, höchst erfolgreicher, Überflieger aus gutbetuchtem Haus – nun vom Hals abwärts gelähmt, schwerkrank und dem Leben abgewandt.

Er ist wieder da von Autor Timur Verne wurde mir von einer Taxifahrerin empfohlen. Ich sage euch: Hört drauf, wenn ein Taxifahrer euch etwas erzählt!

Diese herrliche Satire kann ich nicht anders als genial bezeichnen. Wie oft ich es in der Hand hatte oder auch verborgt habe, seht ihr an den Schmutzflecken. Die sind echt! Ja, was ist denn so genial an diesem Buch?

Verne lässt Adolf Hitler im Jahr 2011 wieder auferstehen. Mitten in Berlin. Hitler macht sich auf den Weg, das moderne Deutschland zu erkunden. Er erklärt sich dabei die Welt, wie sie in sein Gedankengut passt. Im neuen Kontext gesehen, biegt das jedem Leser die Mundwinkel hoch. Es geht gar nicht anders!

Dein Lächeln um halb acht von Laura Jane Williams hat es auf meine Favoritenliste geschafft, weil dieser ungewöhnliche Liebesroman völlig ohne die üblichen, in diesem Genre häufig anzutreffenden, Strukturen und Dramen auskommt. Dabei ist er so spannend, dass man ihn kaum aus der Hand legen möchte und verzichtet ganz und gar nicht auf die Herzklopfmomente, die ich mir als Leserin wünsche.

Von was handelt das Buch?